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Vom Regen und den Mauern

Der Europäischen Jugendkongress EYC hat sowohl unseren geistlichen Durst gestillt, als auch uns mit Mauern konfrontiert. Wir haben gelernt, wie diese zu überwinden sind und das dann gleich in die Praxis umgesetzt.

Was geschieht, wenn es mit der Trockenheit so weitergeht? Unsere bevorstehende Reise zum Europäischen Jugendkongress EYC nach Bulgarien verstärkte ein Gefühl, welches in der Schweiz schon seit zwei Monaten vorherrscht: Die Ungewissheit über eine anhaltende Dürrezeit. In der Schweiz hat das Wetter vielen Menschen stark zugesetzt und der Schrei der Natur nach Wasser ist sehr deutlich. In Bulgarien war nichts anderes zu erwarten, wo solche Sommer Normalität sind.
Doch es kam anders: Bulgarien erstrahlte im Grün, denn es regnete in diesem Sommer wie schon lange nicht mehr. Und so bewirkte der strömende Regen, der sich zu Wochenbeginn über Bratsigovo ergoss, dem Austragungsort des EYC, bei allen westeuropäischen Teilnehmern ein grosses Aufatmen.

Den Regen einfangen
Dieses Aufatmen wurde für mich zum Sinnbild dessen, welche Wirkung ein EYC, und im Allgemeinen Gottes Gegenwart, auf uns Menschen haben kann. Regen ist sehr wertvoll für Mensch, Tier und Umwelt. Doch auch die menschliche Seele braucht eine Form von Wasser, damit sie in den oft trockenen Lebenszeiten überdauern kann. Gottes Gegenwart ist ein solches Wasser. Die rund 80 Teilnehmer aus acht verschiedenen Nationen durften an diesem EYC Kraft tanken, neuen Mut schöpfen, Lebensgeschichten teilen und Freundschaften bauen. Ich von meiner Seite durfte ganz neu verstehen, dass meine Beziehung zu Gott ein Reservoir von Hoffnung ist, an dem ich jeden neuen Tag anzapfen darf. Doch Gottes Lebenswasser gibt uns auch die Kraft, Hindernisse zu überwinden, die unser Wachstum hindern wollen.
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Die Mauern herunterreissen
Der Titel des diesjährigen EYC war wie schon im letzten Jahr ‚Beyond the Walls’, zu deutsch: ‚Jenseits der Mauern’. Diese Wiederholung war bewusst gewählt, denn es gibt in unserem Leben verschiedene ‚Mauern’ zu überwinden. Es ist vergleichbar einfacher, äussere Hindernisse zu meistern, als mit inneren Herausforderungen klarzukommen. Schon die Menschen in der Bibel, so haben wir es gelernt, haben sich lieber mit äusseren Umständen auseinandergesetzt, als den Blick nach innen zu richten. Am EYC haben wir uns herausfordern lassen und uns mit den eigenen inneren Mauern auseinandergesetzt. Dazu gehörten auch Identitätsfragen und ein Perspektivenwechsel: Von wem oder was hole ich mir meine Bestätigung, dass ich wertvoll bin? Und: Geht es immer nur um mich oder kann ich meinen Blick auf Gott richten und mich an ihm orientieren? An der alljährlichen Zeugnisrunde zum Schluss des EYC haben viele davon berichtet, welche inneren Mauern sie heruntergerissen haben, auch Leute aus dem Schweizer Team waren darunter. Einige sprachen von ihrer Schüchternheit, die durch Mut ersetzt wurde. Andere von Unvergebenheit, auf welche Vergebung folgte. Und dritte von Gleichgültigkeit, die in Mitgefühl resultierte.
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Hoffnung und Freude bringen
Was es bedeutet, Mitgefühl im Alltag zu leben, konnten wir gleich am EYC vor Ort umsetzen. In einer Art von Charity Work, einem sozialen Einsatz, haben wir für ältere Leute in Bratsigovo Unmengen von Brennholz für den kalten Winter geschlagen. Andere haben bei ebenfalls älteren Leuten die Fenster geputzt. Und eine dritte Gruppe hat im Dorf herumliegenden Abfall eingesammelt. Die Freude war den Senioren ins Gesicht geschrieben und uns hat es Spass gemacht, auch wenn wir durch die Sonne sehr ins Schwitzen kamen. Dass 80 Jugendliche aus Europa einträchtig zusammenarbeiten können, hat viele Menschen im Dorf bewegt und das war auch für uns ein grossartiges Erlebnis. So freuen wir uns auf den nächsten EYC in einem Jahr.

Bis bald in Bulgarien!

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