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Zuhören und einfach nur sein

Zuhören und einfach nur sein, das können Frauen laut den Teilnehmerinnen vom Frauentag besonders gut. Dazu lud der Frauentag ein: Zum Plaudern, Shoppen, Geniessen, Zuhören, Austauschen - und einfach nur Sein.

Wir sind hier als Frau, Mutter, Grossmutter, Chefin, Geschiedene, Verkäuferin, Verheiratete, Pastorin, Mutter von Pflegekindern, Nichtmutter von Kindern eines neuen Partners, Mutter mit kleinen Kindern, Managerin.

Mit dieser Aufzählung begann Lee Büchi ihr Referat. Sie war neben Simone Widler eine der beiden Referentinnen am vergangenen Frauentag. Mehr als hundert Frauen hatten sich im Saal der FCTchurch eingefunden, um den Inputs zum Thema "Frauenbilder - Bilderbuchfrauen" zu folgen und den Koffermarkt, das feine Essen sowie die musikalischen Beiträge zu geniessen.

Lee Büchi (im Titelbild, Mitte) schaffte es, jede Frau anzusprechen, in welchem Umstand sie auch immer lebt. Sie sprach zu Managerinnen, zu Müttern, zu jungen und älteren Frauen, und sie forderte heraus. Sie sprach über unsere Gesellschaft, die stark vom Leistungsdenken geprägt ist. Über die Qual der Wahl zwischen Herd und Chefsessel und die Rolle von Vätern in Familie und Arbeitswelt. Sie sprach zu Managerinnen über ihre Herausforderungen, als Frau andere Menschen zu leiten. Sie sprach über interfeminine Konflikte und das Thema Solidarität.

"Wir leben als Frauen in einem grossen Spannungsfeld aufgrund unserer Leistungsgesellschaft", sagte Martina Caviezel rückblickend. Sie moderierte zusammen mit Joanna Hunziker-Merk (im Titelbild, links) den Frauentag. "Mir wurde durch das Referat von Lee bewusst, worin wir als Frauen zu bestehen haben und mit wie vielen Ansprüchen wir jeden Tag konfrontiert sind", so Martina.

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Moderatorin Martina Caviezel / All Photos by Ursi Gasser

Tabea Gasser war bewegt von dem, was Lee aus ihrem eigenen Leben erzählte: "Sie kann ihre Frau auch im Beruf stehen, wo sie eine Leitungsposition innehat. Denn sie hat ihre Identität nicht in dem gefunden, was sie macht, sondern in ihrem Glauben an Jesus." Lee Büchi leitet die Sozialarbeit in der Psychiatrie St. Gallen Nord.

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Tabea Gasser stöbert am Koffermarkt

Ruth Gerzner hatte einen Stand am Koffermarkt. Nähen ist ihre grosse Leidenschaft. Sie verkaufte selbstgenähte Kosmetiktaschen, Portemonnaies und vieles mehr. Von den Referaten blieben ihr mehrere Aussagen von Simone Widler hängen. Simone Widler hat Theologie studiert, arbeitet im Jobsharing mit ihrem Ehemann in der evangelischen Kirchgemeinde Tägerwilen-Gottlieben und ist Mutter von zwei Töchtern. Sie gab unter anderem Antworten auf die Frage, ob die Bibel frauenfeindlich sei.

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Ruth Gerzner verkauft am Koffermarkt ihre selbstgenähten Portemonnaies

"Wir machen uns so viele Gedanken darüber, wie wir als Frauen sein sollten", stellte Ruth fest. "Simone Widler hat mich durch ihr Referat ermutigt, dazu zu stehen, wie ich bin und nicht zu versuchen, anders zu sein." Ausserdem fügte sie hinzu: "Es hat mich überrascht zu hören, wie sehr Gott uns Frauen durch sein Wort, die Bibel, wertschätzt. Gott ist anders, als ich mir das vorgestellt habe."

Gottes grosse Wertschätzung für die Frauen aufzuzeigen war Simone Widler ein Anliegen. Sie ging dafür auf verschiedene konkrete Beispiele aus der Bibel ein und stellte sie in den richtigen Kontext. Unter einem anderen Fokus betrachtet erhielten viele dieser Geschichten, wie beispielsweise die Schöpfungsgeschichte, einen neuen Aspekt.

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Referentin Simone Widler

Auch an Interaktion fehlte es während Simone Widlers Referat nicht. So konnten die Teilnehmerinnen per Smartphone über verschiedene Themen abstimmen und Antworten auf Fragen geben, die Simone Widler ihrem Publikum stellte. Die Antworten wurden in Echtzeit über den Beamer auf der Leinwand veröffentlicht. Das sorgte für Begeisterung und Erheiterung.

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Die Teilnehmerinnen konnten per Smartphone abstimmen

"Was können wir Frauen, das nur wir können?" War beispielsweise eine solche Frage. Je öfter ein Wort von den Teilnehmerinnen ins Smartphone getippt wurde, desto grösser erschien es auf dem Beamer. "Einfach sein", "Zuhören" und "Kinder bekommen" waren die meistgenannten Stichworte.

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Zu weihnächtlicher Stimmung am Frauentag trug das klassische Ensemble, bestehend aus Geige, Bratsche, Cello und Klavier, bei. "Der ganze Tag hat mir ausserordentlich gut gefallen", resümierte Bettina Gasser. "Es herrschte eine sehr schöne Atmosphäre."

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Am Koffermarkt gab es auch Schmuck

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Moderatorin Martina Caviezel (links) interviewt Mary Gasser (rechts)

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Selbstgenähte Kosmetiktaschen von Ruth Gerzner

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Judith Müller war für die Technik zuständig

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Alles ist handgemacht

Ursi Gasser

Ursi Gasser

Frau, Ehefrau, Familienfrau, Pflegefachfrau mit Weiterbildung auf Intensivpflege, freischaffende Journalistin

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