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Wenn sich Lobpreis mit Leiden mischt

In guten Zeiten, wenn der Segen in Strömen fliesst, aber auch in schlechten Zeiten, wenn ich mich in der Wüste und verloren fühle: Dir gehört mein Lob!

Lobpreis ist ein Lebensstil. Anbetungslieder werden von Menschen geschrieben, die diesen Stil selber aktiv leben. Sie komponieren und texten aus dem, was sie erleben und drücken aus, wie sie sich dabei fühlen. Einige setzen bei sich selbst an und dringen im Verlauf des Liedes hindurch zu Gott und seiner Wahrheit. Andere setzen direkt bei Gott an und ziehen dann Rückschlüsse auf sich selbst. So oder so, es ist immer ein Ausdruck des echten, alltäglichen Lebens mit Gott. Wenn sich Menschen dann zu einer gemeinsamen Lobpreiszeit zusammen finden, wiederspiegelt sich darin, was im Leben von jedem einzelnen in Bezug auf Gott stattfindet.

Der Schreiber des Hebräerbriefs fordert uns auf, Gott in jeder Lebenslage ein "Dankopfer" zu bringen:

Durch Jesus wollen wir Gott jederzeit und in jeder Lebenslage Dankopfer darbringen; das heißt: Wir wollen uns mit unserem Beten und Singen zu ihm bekennen und ihn preisen. (Hebräer 13,15)

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Photo by Ben White / Unsplash

Der Psalm 100 ist ein Lied, das die Israeliten sangen, während sie ihr Dankopfer darbrachten. Hier sehen wir eine wunderbare Verbindung zwischen Opfer und Dankbarkeit. Beim Begriff "opfern" zucken wir zusammen und kriegen schnell mal ein beklemmendes Gefühl. "Muss ich etwas opfern das mir lieb und kostbar ist? Will mit Gott etwas wegnehmen?" Dieser Psalm wiederspiegelt das pure Gegenteil: Ausgelassene Freude und überwältigende Dankbarkeit!

1 Ein Psalm, der beim Dankopfer vorgetragen wird. Jubelt dem Herrn zu, alle Länder der Erde! 2 Dient dem Herrn mit Freude, kommt vor ihn mit Jubel! 3 Erkennt, dass der Herr allein Gott ist! Er hat uns geschaffen, ihm gehören wir. Wir sind sein Volk, seine Herde, und er ist unser Hirte, der uns auf seine Weide führt! 4 Kommt in die Tore seiner Stadt mit Dank, in die Vorhöfe seines Heiligtums mit Lobgesang! Dankt ihm und preist seinen Namen! 5 Denn reich an Güte ist der Herr, ewig währt seine Gnade, und seine Treue gilt auch allen künftigen Generationen. (Psalm 100)

In der Zeit des alten Bundes bestand das Dankopfer nicht nur aus Gebet und Gesang. Es wurden Tiere und Speisen geschlachtet. Das Dankopfer war eine spezifische Form des Friedensopfers. Das Friedensopfer war nicht ein Opfer, um Frieden zu machen, sondern ein Opfer, das zelebriert wurde und an dem man sich erfreute, wenn der Frieden schon da war. Ein Bild auf Christus hin, den Friedefürsten. Jesus hat mit seinem Opfer Frieden geschaffen zwischen uns Menschen und Gott dem Vater.

Aber weil Christus in seinem menschlichen Leib den Tod auf sich nahm, hat Gott jetzt mit euch Frieden gemacht. Als sein heiliges Volk steht ihr jetzt rein und fehlerlos vor ihm da. (Kol 1,22)

Unser Dankopfer in Form von Gebet und Gesang dreht sich um diesen Frieden, der uns durch Jesus geschenkt wurde. Darum geht es auch im Lied das wir in unser Repertoir aufnehmen:

Dir gehört mein Lob wenn dein Segen in Strömen fließt
du mir mehr als genügend gibst Dir gehört mein Lob
Und dir gehört mein Lob auch wenn ich mich verloren fühl
In der Wüste und ohne Ziel dir gehört mein Lob

Dir gehört mein Lob wenn die Sonne am Himmel scheint
es das Leben gut mit mir meint dir gehört mein Lob
Und dir gehört mein Lob wenn der Weg auch nicht einfach ist
sich mein Lobpreis mit Leiden mischt Dir gehört mein Lob

Lobpreis ist ein Lebensstil. Im Gebet und Gesang kommt zum Ausdruck, was wir im Alltag leben. Das lernen wir nicht zuletzt auch von Hiob, der, nachdem er alles verloren hatte, sprach:

»Nackt bin ich zur Welt gekommen, und nackt verlasse ich sie wieder. HERR, du hast mir alles gegeben, du hast mir alles genommen, dich will ich preisen!« 22 Obwohl dieses Leid über ihn hereinbrach, versündigte Hiob sich nicht. Kein böses Wort gegen Gott kam über seine Lippen. (Hiob 1,21f)

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Photo by Ismael Paramo / Unsplash

Dass unser ganzes Leben, das wir mit Jesus leben, als ein Friedens- und Dankopfer gedacht ist, das auf den barmherzigen Heiland und den liebevollen himmlischen Vater hinweist, wird auch bei Paulus deutlich, wenn er an die Christen in Kolossäa schreibt:

Alles, was ihr tut und was ihr sagt, soll zu erkennen geben, dass ihr Jesus, dem Herrn, gehört. Euer ganzes Leben soll ein einziger Dank sein, den ihr Gott, dem Vater, durch Jesus Christus darbringt. (Kolosser 3,17)

Das Lied "Dir gehört mein Lob" soll uns dabei helfen, diesen Lebensstil zu erfassen und zu zelebrieren. Text und Melodie sind einfach, kraftvoll und fröhlich arrangiert. Ein Lied, nicht nur für unsere Gottesdienste und Versammlungen, sondern auch als Begleiter im Alltag. Sich daran erinnern, dass das Wertvollste, was wir haben, unser Heiland Jesus ist und dass er uns immer beisteht und mit uns ist in jeder Lebenslage – darum geht's! Dieses Lied ist eine Reaktion auf diese wunderbare Wahrheit. Es beinhaltet die Antwort auf die Frage: "Wer ist mein Erlöser?" Wenn ich Gott als meinen Erlöser akzeptiere, habe ich immer Grund ihn zu loben, in guten wie in schlechten Zeiten.

Egal was du mir gibst
egal was du mir nimmst
Du bist und bleibst mein Gott
Nur dir gehört mein Lob

Wenn sich Lobpreis mit Leiden mischt
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