/ Psalm 51

Wurzelbehandlung

König David will nicht nur Symptombekämpfung betreiben, sondern die giftige Distel in seinem Herzen an der Wurzel packen. Dabei entdeckt er Erstaunliches.

Dieser Artikel ist der 3. Teil einer fortlaufenden Serie mit Gedanken zum Psalm 51.

  1. Teil: Wenn Böses ans Licht kommt (Psalm 51,1-3)
  2. Teil: Sauber und rein gewaschen (Psalm 51,4-6)
  3. Teil: Wurzelbehandlung (Psalm 51,7-8)
  4. Teil: Echt und Aufrichtig (Psalm 51,8-11)

David im goldenen Käfig

David beging Ehebruch und Mord. Aber nicht etwa in seinen wilden, jungen Jahren. Im Gegenteil: Nach jahrelanger, intensiver Beziehung mit Gott, der ihn aus vielen hoffnungslosen Lebenslagen rettete und durch dessen Geist er grosse Heldentaten vollbrachte.

Seine Armee zog ohne ihn in den Krieg, während er sich vom Chefkoch verwöhnen liess.

Wie kam es dazu? Was hatte sich verändert? Ruhte sich David zu sehr auf seinem Erfolg aus? Es war ja Gott, der ihm den Erfolg schenkte, klar. Aber David leistete auch seinen Beitrag. Nach jahrelanger Verfolgung durch seinen eifersüchtigen Vorgänger Saul wurde er nach dessen Tod zum König über Israel befördert und wohnte in einem edlen Palast. Seine Armee zog mittlerweile ohne ihn in den Krieg, während er sich von seinem Chefkoch verwöhnen liess. Dutzende Psalmen hatte er schon geschrieben und die verlorene Bundeslade wieder zurückgeholt. Priester und Leviten wurden durch seine Initiative wieder in den Dienst eingesetzt. Er war ein grosser Reformator, Retter und Befreier der Nation Israel.

Sunset in the City of Joy
Photo by Martin Jernberg / Unsplash

Trotz alldem – oder vielleicht gerade deshalb (?) – begann er am Höhepunkt seiner Laufbahn plötzlich Dinge zu tun, die er bei niemand anderem geduldet hätte, wie er dies gegenüber dem Propheten Nathan zum Ausdruck brachte, als dieser ihn besuchte. David hatte nichts Ernsthaftes mehr zu beklagen. Es ging im gut! Vielleicht zu gut? Er hatte sein Leben lang kämpfen und sich durchschlagen müssen. Doch dann kehrte weitgehend Frieden ins Land und in sein persönliches Leben ein. Nun «durfte» er einfach König sein. Nicht mehr selber Hand anlegen, nicht mehr kämpfen und vor Saul fliehen. Nur noch befehlen und geniessen.

Könnte es sein, dass David dadurch innerlich unruhig wurde? Sehnte er sich vielleicht doch ein klein wenig nach der Wildnis zurück, in der er jahrelang auf der Flucht leben musste? Diese felsige Wüste, die er sich damals so sehr wünschte, verlassen zu dürfen und endlich frei zu sein. Damals wünschte er sich sehnlichst, endlich König zu werden und offiziell zu regieren, wie der Prophet Samuel es ihm verheissen hatte.

Wie ein gefangener, griesgrämiger und gelangweilter Löwe im Zoo-Gehege, der hinter Gitter nichts mit seinen wilden Trieben anzufangen weiss.

Doch nachdem seine Träume sich endlich erfüllten, wurde die Sache mit dem König sein irgendwie ziemlich langweilig. Viel zu oft trottete er auf dem Dach seines Palastes auf und ab, wie ein gefangener, griesgrämiger und gelangweilter Löwe im Zoo-Gehege, der hinter Gitter nichts mit seinen wilden Trieben anzufangen weiss. Das einzige Highlight waren noch die Mahlzeiten. Lecker und gesund. Ein süsses Weinchen davor. Ein bisschen Harfen zupfen danach. Aber alles in allem: Ein goldener Käfig.

Hear me roar
Photo by Adam King / Unsplash

Bis eines Tages eine willkommene Abwechslung ins Spiel kam: David erblickte eine wunderschöne Frau im Garten seines Nachbars. Es war Batseba, die bezaubernde Frau von Urija, einem von Davids besten, ergebensten und treusten Männer, der jederzeit bereit war, für ihn zu sterben. Urija kämpfte zu diesem Zeitpunkt für David an der Kriegsfront. Doch all diese ehrenvollen Fakten interessierten David in dem Moment nicht. Er verdrängte sie komplett. Denn seine Sinne fokussierten sich. Sein Puls stieg an. Seine Augen funkelten wie schon lange nicht mehr. Er blieb stehen und beobachtete seine Nachbarin, wie ein heisshungriger Tiger, der seine Beute wittert. Alles andere wurde auf einmal nebensächlich. Seine Lust nach wilder Freiheit und adrenalin-haltigem Abenteuer kumulierten sich zu einem einzigen, glasklaren Gedanken: Ich will diese Frau!


Photo by Alexandru Zdrobău / Unsplash

Hochmut kommt vor dem Fall

Diese wahre Geschichte aus 2. Samuel 11 bringt mich zum Nachdenken: Gibt es auch in meinem Leben Dinge, über die ich mich empöre, wenn andere sie tun, aber im Geheimen tue ich sie selbst? Woher kommt dieser starke Trieb in meinem Inneren, Dinge zu denken und zu tun, von denen ich eigentlich genau weiss, dass sie absolute No-Go’s sind? Wie kommt es, dass ich wie David aus dem Moment heraus mein Verlangen in die Tat umsetzen kann, ohne dabei an die Konsequenzen zu denken? Was ist der tiefere Grund dafür, dass ich danach versuche, meine Taten schönzureden und zu rechtfertigen?

Wie konnte er sich so leichtsinnig in bösen Machenschaften verheddern?

David selbst hat sich intensiv mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Er wollte der Sache auf den Grund gehen und herausfinden, wie er sich so leichtsinnig in bösen Machenschaften verheddern konnte, die Gott und auch er selbst eigentlich zutiefst verabscheuen. Wie konnte es dazu kommen, nachdem er zuvor doch duzende Psalmen darüber geschrieben hatte, wie sehr er Gottes Gebote und Ordnungen liebt und hochachtet?

Just a photo of a microscope or more precisely a binocular. It’s used for inspecting insects. I was allowed to photograph it but in return, I was supposed to clean it up. I did - mostly in Lightroom ;)
Photo by Paweł Czerwiński / Unsplash

David erschrak selbst über seine fatale Dummheit. Und er kam zum Schluss, dass die Ursache viel grundlegender sein muss, als einfach «zur falschen Zeit am falschen Ort» gewesen zu sein. David kam zum Schluss, dass er sein Herz im göttlichen Licht unters Mikroskop legen muss, wenn er nicht nur bei oberflächlicher Symptombekämpfung stehen bleiben, sondern das giftige Unkraut in seinem Herzen an der Wurzel packen und ausreissen will.

David schreibt in Psalm 51,8:

Du freust dich, wenn ein Mensch von Herzen aufrichtig ist; verhilf mir dazu und lass mich weise handeln!

David beschreibt seinen Gott als einen, der sich an aufrichtigen Menschen freut. Er lässt Gottes Licht auf sein Leben scheinen und kommt dabei der Ursache für sein Verhalten auf den Grund, wie er in Vers 7 schreibt:

Schon von Geburt an bestimmt die Sünde mein Leben; ja, seit ich im Leib meiner Mutter entstand, liegt Schuld auf mir.

Was bedeutet Sünde?

David formuliert hier eine Wahrheit, die für das biblische Menschenbild essentiell ist. Was meint er mit: Schon von Geburt an bestimmt die Sünde mein Leben...? Was ist überhaupt Sünde? Und warum von Geburt an?

Der Begriff «Sünde» wird heutzutage leider weitgehend missverstanden oder falsch interpretiert.

Der Begriff «Sünde» wird heutzutage leider weitgehend missverstanden oder missinterpretiert. Tendenziell landen wir schnell bei Verboten: Das darfst du und das darfst du nicht! Oder anders gesagt: Wer sündigt, der tut etwas, das schlecht ist. Klimasünder. Steuersünder. Abfallsünder.

Visitors come from all over to legally graffiti the Cadillacs that have been planted in the ground.  Cadillac Ranch is one of the most celebrated roadside landmarks in the country.
Photo by Angie Corbett-Kuiper / Unsplash

Wer mit Kirche und Bibel etwas am Hut hat, würde die Definition vermutlich noch etwas verfeinern: Sünde bedeutet, gegen Gottes Ordnung zu verstossen. Also etwas tun, das Gott verboten hat. Die Bibel nennt das auch Ungehorsam.

Es gibt eine Sünde hinter jeder Sünde.

Nun, das stimmt soweit alles. Aber es gibt noch etwas, das jeder Sünde und jedem Ungehorsam zu Grunde liegt. Es gibt eine Sünde hinter jeder Sünde. Alle Tatsünden haben eine gemeinsame Wurzel.

Martin Luther hat diesen Aspekt im Rahmen der Reformation stark betont. Zuvor kannte man bei der Beichte nur die Kategorien «leichte» und «schwere» Sünden, die es bekennen galt. Man bekannte sündige Gedanken und Taten = Tatsünden.

Tatsünden bereuen und bekennen ist gut und wichtig. Aber es besteht dabei die Gefahr, dass man nur oberflächliche Symptombekämpfung betreibt, statt eine Wurzelbehandlung vorzunehmen. Luther wies darauf hin, dass es eine Grund-Sünde oder Ur-Sünde hinter jeder Tatsünde gibt, also eine gemeinsame Wurzel, die bei jedem sündigen Gedanken und jeder sündigen Tat dieselbe ist.

Was ist die Wurzel-Sünde hinter jeder Tat-Sünde?


Photo by Desatboy . / Unsplash

Bevor die ersten Menschen – Adam und Eva – sich entschieden, gegen Gottes Ordnung zu verstossen und etwas Verbotenes zu tun, trafen sie eine grundlegende Entscheidung. Sie stellten Gottes gute Absichten in Frage und setzten ihr Vertrauen in eine alternative Wahrheit. Sie gaben dadurch implizit zum Ausdruck, dass sie Gott nicht mehr als vollkommen vertrauenswürdig wahrnahmen und zweifelten den Sinn und Zweck seiner Ordnungen an. Sie fühlten sich unnötig eingeengt und bevormundet. Was schliessen wir daraus? Die Wurzel jeder Tatsünde ist Misstrauen gegen Gott und seine guten, liebevollen Absichten mit uns Menschen.

Sünde bedeutet Misstrauen

Sünde bedeutet demanch im Kern: Misstrauen gegenüber Gott und dem, was er sagt. Misstrauen gegenüber Gott geht jeder Tatsünde voraus.

Alles Tun, das nicht aus dem Glauben (an Gott) kommt, ist Sünde. Röm 14,23

Sünde bedeutet zuallererst, dass ich Gott nicht (mehr) glaube, dass er mich liebt und es vollkommen gut mit mir meint, unabhängig davon, wie ich mich in der Situation gerade fühle. Dieses Misstrauen ist der Nährboden jeder Tatsünde, also Taten, die Gott als böse bezeichnet. Denn Gott ist durch und durch gut. Somit ist alles, was von ihm abweicht böse, auch wenn es sich noch so gut anfühlt.

Jeder Zweifel wächst aus einem «alternativen» Glauben. Hinter jedem Zweifel versteckt sich ein «anderer» Glaube. Denn entweder glaube ich Gott und misstraue jedem, der etwas anderes sagt als Gott, oder ich glaube jemand anderem und zweifele an Gott und seinem Wohlwollen mit mir.

Jeder Zweifel basiert im Kern auf einem Glauben an etwas oder jemand anderes.

Es gibt keine "unabhängigen" oder "neutralen" Zweifel. Jeder Zweifel an einer Aussage oder an der Glaubwürdigkeit einer Person entspringt dem Glauben an eine andere Aussage oder Person. Jedes Misstrauen basiert auf einem Vertrauen in etwas oder jemand anderes. Jeder Unglaube basiert auf einem Glauben an etwas oder jemand anderes. Es gibt hier keine Grauzone. Es gibt keinen neutralen Boden. Niemand kann aus einer neutralen Position an Gottes Wahrheit zweifeln. Meine Zweifel an Gott sind Ausdruck davon, dass ich jemand anderen als vertrauenswürdiger und glaubhafter erachte. Dieser «Andere» bin sehr oft ich selbst!

I Can See My Soul
Photo by Fares Hamouche / Unsplash

Die ersten Menschen konnten nicht an Gott und seiner Liebe und Güte zweifeln, ohne gleichzeitig dem Feind Gottes Glauben zu schenken. Gottes Feind – die Bibel nennt ihn Satan – will uns Menschen dazu bringen, die Realität anders zu interpretieren, als Gott sie beurteilt.

Gottes Feind, der Teufel, das personifizierte Böse, hatte vom Anfang der Menschheitsgeschichte an nur ein Ziel: Das Vertrauen der Menschen in ihren Schöpfer zu erschüttern, um ihnen dadurch eine alternative Wahrheit zu servieren, welche sie und alle ihre Nachkommen vergiftet und unfähig macht, Gott jemals wieder zu vertrauen. Deshalb schreibt David: Schon von Geburt an bestimmt die Sünde mein Leben...

Schon von Geburt an bestimmt die Sünde mein Leben.

Davids Analyse ist ziemlich heftig und in der Tat pessimistisch. Denn nicht nur David, sondern auch jeder andere Mensch wird demnach mit diesem Misstrauen gegenüber Gott geboren. Wir Menschen sind also von Geburt an unfähig, Gott in jeder Lebenslage zu vertrauen. Man nennt das auch Erbsünde. Dieses äusserst wichtige und essentielle Urvertrauen in Gott zerbrach bei den allerersten Menschen und konnte von ihnen nicht an ihre Nachkommen weitervererbt werden. Wo Vertrauen zerstört wird, zerfällt eine Beziehung. Seither sind wir Menschen unfähig, Gott endgültig zu vertrauen.

Shattered two plates and froze them
Photo by chuttersnap / Unsplash

Sünde bedeutet Götzenanbetung

David setzte sein Vertrauen in eine alternative Ordnung. Eine Ordnung, die besser zu seiner aktuellen Lust passte als Gottes Ordnung und Gebote "Du sollst nicht die Ehe brechen, Du sollst nicht töten, Du sollst nicht die Frau deines Nächsten begehren..." Gott hatte diese Gebote zu Davids Schutz, zum Schutz von Batseba und ihrem Mann Urija, ja, zum Schutz des gesamten Volkes aufgerichtet. Doch David wählte eine andere Ordnung, eine, die ihn darin bestätigte, zu tun und zu lassen was er gerade wollte: seiner Lust nach Freiheit und Abenteuer in einer hitzigen Affäre freien Lauf zu lassen.

Erst nach dieser Grund-Entscheidung schlitterte David in die darauf folgende Geschichte von Treuebruch und Mord. Er ignorierte die Schutz-bietende Wahrheit Gottes entschlossen. David glaubte in diesem Moment nicht mehr an Gottes gute Absichten für sein Leben, sondern er glaubte vor allem an sein (königliches) Recht darauf, seine Bedürfnisse sofort zu stillen.

Ich zweifle im tiefsten Inneren zunehmend daran, dass Gott es gut meint und suche mir einen Pseudo-Erlöser, der mein Verhalten rechtfertigt.

Anders formuliert: David betete in seinem Herzen nicht mehr Gott an, sondern sich selbst. Die Bibel nennt das Götzenanbetung. Ungehorsam ist somit auch immer eine Folge von Götzenverehrung. Will heissen: Ich zweifle in meinem tiefsten Inneren zunehmend daran, dass Gott es gut mit mir meint und suche mir parallel dazu einen Götzen, einen Fake-Gott, einen Pseudo-Erlöser, der mein Verhalten rechtfertigt. David suchte sich nicht erst zu dem Zeitpunkt einen Götzen, als er Batseba sah und begehrte. Die Götzenverehrung schlich sich schon viel früher in sein Herz ein. Ehebruch und Mord waren "nur" die Früchte dieser giftigen Pflanze.

Vertrauensvolle Gottes-Beziehung

Gottvertrauen bedeutet also: Ich vertraue Gott, dass er es gut mit mir meint und mir niemals schaden will. Ich glaube ihm auch dann, wenn es sich nicht so anfühlt. Wenn es sich schlecht anfühlt, dann vertraue ich Gott trotzdem, wie ein Kind, das für eine lebensrettende Operation in den Operationssaal gefahren wird und dabei Angst hat. Doch es konzentriert sich auf die sanften Stimmen seiner Eltern, die seine Hand halten und ihm liebevoll zusprechen: "Es wird alles gut werden, mein Schatz, du wirst wieder gesund."

My wife about one hour after her right hemicolectomy surgery.
Photo by Sharon McCutcheon / Unsplash

Nur wenn ich in solch einer vertrauensvollen Beziehung zu Gott lebe, werde ich mich in jeder Lebenslage an seine Ordnungen halten wollen. Diese Art von Gehorsam basiert nicht auf Angst vor Strafe, sondern auf einer vertrauensvollen Beziehung in eine liebevolle Person.

Alles aber, was wir nicht in diesem Vertrauen (auf Gott) tun, ist Sünde. Röm 14,23

Freiheit bewahren

Im Kontext einer vertrauensvollen Beziehung sind auch Gottes Gebote an uns Menschen zu verstehen. Oliver Achilles schreibt dazu:

In der hebräischen Bibel wird nicht von den »Zehn Geboten«, sondern von den »Zehn Worten« (Dekalog) gesprochen. Wir sind es gewohnt, die zehn Worte als eine Sammlung von Verboten zu betrachten.

Nach einem alten Witz kommt Mose vom Berg Sinai und sagt den Israeliten: »Die gute Nachricht ist: ich konnte ihn auf zehn Gebote herunterhandeln. Die schlechte Nachricht ist: Ehebruch ist immer noch dabei.«

Doch die hebräische Formulierung des Dekalogs zeigt ein ganz anderes Bild. Hier wird nicht einfach gesagt: »Tu das nicht!« Wörtlich übersetzt steht dort: »Das wirst du nicht tun!«

Für dieses Verhalten gibt es eine Begründung - die Gebote werden von Gott nicht einfach so befohlen. Seine Einleitung ist zentral für sein Verständnis: »Ich bin dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, dem Sklavenhaus, herausgeführt habe.« (Ex 20,2 / Dtn 5,6).

Zuerst hat Israel die Erfahrung der Befreiung gemacht - dann erst kommen die Worte und Gebote des Herren. Weil Israel erfahren hat, wie Gott rettet und befreit, wird es ihm unmöglich sein, sich einem anderen Gott zuzuwenden. Diese Gottesrede ist keine Einschränkung der menschlichen Freiheit, sie dient ihrer Bewahrung.

Diese Gebote wurden also für ehemalige Sklaven als schützende und regulierende Anleitung für ihr Leben in Freiheit gegeben. Die Geschichte Israels zu kennen hilft entscheidend, den Ursprung, Sinn und Zweck dieser Gebote zu verstehen und angemessen zu interpretieren.


Photo by Edgar Chaparro / Unsplash

Diese "Zehn Gebote" sind übrigens keine Zusammenfassung der Bibel oder des christlichen Glaubens. Denn die laut Jesus wichtigsten Gebote der Tora - die Liebe zu Gott, die Nächstenliebe und Selbstliebe (Mt 22,36-40) - kommen darin gar nicht vor, hält Oliver Achilles fest.

Willst du mehr Hintergrundinformationen zu den zehn Geboten? Dann mach dich hier schlau: Die 10 Gebote in der Sprache von heute. Erfrischend und befreiend. Lass dein Leben von den besten Werten gestalten. Es ist dein Leben!

Schlussgedanken

Wir lernen von David, dass wir unsere Tendenz zur Sünde und Götzenanbetung niemals unterschätzen sollten, egal wie lange wir schon mit Gott unterwegs sind. Die Macht der Sünde kann nur gebrochen werden, indem wir wieder wie ein kleines Kind von Grund auf lernen, Gott zu glauben und vertrauen. Doch David stellte fest, dass er Gott nicht vertrauen kann, ohne dass Gott dieses Vertrauen in ihm bewirkt und hervorruft.

Dad & SI
Photo by Edward Cisneros / Unsplash

Gottvertrauen ist also ein Geschenk – etwas, das nur Gott selbst in uns hervorrufen kann, indem er uns seine Vertrauenswürdigkeit und Glaubwürdigkeit beweist: Er bezahlt unsere Schuld mit seinem Leben und nimmt den Fluch der Sünde auf sich, indem er in seinem Sohn Jesus Christus Mensch wird und an unserer Stelle in den Tod geht. Das tat er aus Liebe zu uns Menschen. Er tat es für mich. Er tat es für Dich.

Niemand liebt seine Freunde mehr als der, der sein Leben für sie hergibt. Joh 15,13

Auf dieser Basis bietet Dir Gott seine Freundschaft an. Wie reagierst du?


  1. Teil: Wenn Böses ans Licht kommt (Psalm 51,1-3)
  2. Teil: Sauber und rein gewaschen (Psalm 51,4-6)
  3. Teil: Wurzelbehandlung (Psalm 51,7-8)
  4. Teil: Echt und Aufrichtig (Psalm 51,8-11)
Wurzelbehandlung
Teilen

Abonniere den fct blog