/ 7 Begegnungen mit Jesus

Ehre statt Schande

Menschen träumen davon, berühmt zu werden. Gott möchte uns eine Ehre geben, die menschliche Anerkennung bei weitem übertrifft.

"7 Begegnungen mit Jesus" - so lautet die aktuelle Artikel-Serie auf dem Blog. Es geht in dieser Serie um Begegnungen von Jesus mit ganz normalen Menschen wie du und ich.


"Ich war hier", stand da in einer ungelenken Handschrift. Darunter ein Name, den ich nicht entziffern konnte. Ich atmete die kühle, frische Luft tief ein. Die Sicht war atemberaubend. Ich lehnte mich an das Gipfelkreuz, liess meinen Blick über die Bergketten schweifen, die mich umgaben. Dann blätterte ich im Gipfelbuch weiter. Seite um Seite, vollgeschrieben von Menschen, die vor mir schon einmal hier gewesen waren. Sie alle hatten es geschafft, den Berg zu besteigen. Sie hatten ihre Notizen hinterlassen, in ihrer eigenen Schrift, mit ihren eigenen Gedanken. Da waren Einträge zum Wetter, zur Besteigungsroute, zu Herausforderungen, staunende Worte über die wunderbare Aussicht. Sie alle hatten ein Zeichen gesetzt, dass sie schon mal hier gewesen waren.

Ein pharaonisches Zeichen

Menschen hinterlassen gerne ein Zeichen. Etwas, das uns an sie einnert. Etwas, das sie unsterblich macht. Zum Beispiel die ägyptischen Pharaonen. Die Cheops-Pyramide ist die älteste und grösste der drei Pyramiden von Gizeh. Sie wurde als Grabmal für den ägyptischen Pharao Cheops errichtet. Bis heute bewundern wir diese Pyramide. Sie ist ein Zeichen dafür, wie der Pharao war: gross, mächtig, reich - und unsterblich!


Photo by Spencer Davis / Unsplash

Auch Gott hinterliess uns Zeichen auf dieser Erde. Da er für uns Menschen nicht sichtbar oder greifbar ist, hat er uns verschiedene Zeichen hinterlassen, die klar machen, wer er ist und wie er ist. Da Gott wollte, dass wir ihn sehen, anfassen und berühren können, hat er Jesus geschickt - Gott und Mensch gleichzeitig. Jesus hat verschiedene Zeichen getan, an denen wir erkennen können, wie Gott ist, wie er uns sieht und wie er sich eine Beziehung mit uns Menschen vorstellt. Es sind nicht nur einfache Zeichen wie ein Eintrag im Gipfelbuch - auch das Gipfelbuch nennt sich Bibel -, sondern Zeichen mit einer übernatürlichen Komponente. Solche Zeichen werden Wunder genannt, so wie auch die Cheops-Pyramide zu den sieben Weltwundern der Antike zählt.

Jesus hat viele solcher Zeichen und Wunder getan. Seine Absicht war, dass die Menschen damals und wir heute, nach 2000 Jahren, an ihn glauben und sehen, wie Gott ist. Dies ist der erste Artikel einer Serie über 7 besondere Zeichen von Jesus, die 7 besondere Begegnungen von Jesus mit ganz normalen Menschen beinhalten.

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Johannes war mit Jesus unterwegs. Er hat seine Erlebnisse mit ihm aufgeschrieben und sein Bericht ist unverfälscht erhalten geblieben.
Er schreibt: "Die Jünger (Menschen, die mit Jesus unterwegs waren, Anm.d.Autorin) sahen, wie Jesus noch viele andere Wunder tat, die nicht in diesem Buch aufgezeichnet sind. Diese aber wurden aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben an ihn in seinem Namen das ewige Leben habt." Die Bibel, Johannes 20,30-31
Die von Johannes beschriebenen Zeichen und Wunder sollen uns helfen, Glauben an Jesus und ein dynamisches Leben in der Kraft seines Geistes zu finden.

Eine Hochzeit endet fast mit einer Katastrophe

Jesus hat 600 Liter Wasser in Wein verwandelt. Das ist das erste Zeichen, das er tat. Wir lesen in der Bibel in den Erlebnissen von Johannes, der dabei war:

"Am übernächsten Tag war die Mutter von Jesus bei einer Hochzeitsfeier in Kana, einem Dorf in Galiläa. Auch Jesus und seine Jünger (auch Johannes, Anm.d.Autorin) waren zu der Feier eingeladen. Während des Festes ging der Wein aus, und die Mutter von Jesus machte ihn darauf aufmerksam. »Sie haben keinen Wein mehr«, sagte sie zu ihm. (...) Im Haus gab es sechs steinerne Wasserbehälter, die für die vorgeschriebenen Reinigungshandlungen der Juden verwendet wurden und jeweils rund hundert Liter fassten. Jesus sprach zu den Dienern: »Füllt die Krüge mit Wasser.« Als sie die Krüge bis zum Rand gefüllt hatten, sagte er: »Schöpft daraus und bringt es dem Zeremonienmeister.« Sie folgten seiner Anweisung. Der Zeremonienmeister kostete von dem Wasser, das nun Wein war. Da er nicht wusste, woher der Wein kam - denn nur die Diener, die ihn geschöpft hatten, wussten es -, ließ er den Bräutigam holen. »Eigentlich schenkt ein Gastgeber den besseren Wein zuerst aus«, sagte er. »Später, wenn alle betrunken sind und es ihnen nichts mehr ausmacht, holt er den weniger guten. Du dagegen hast den besten Wein bis jetzt zurückbehalten!« Durch dieses Wunder in Kana in Galiläa zeigte Jesus zum ersten Mal seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn." Die Bibel, Johannes 2,1-11

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Photo by Kelsey Knight / Unsplash

Kana war ein kleines Dorf und man kann davon ausgehen, dass das ganze Dorf zur Hochzeit eingeladen war. Ein riesiges Fest, eine fette Sause! Und mitten im Fest ging der Wein aus. Das war eine Katastrophe! Eine Schande für den Bräutigam und für seine Familie, die als Gastgeber das Fest organisiert hatten. Eine Schande, über die noch Jahre später geredet würde. Kein gutes Vorzeichen für diese Ehe! Zurück bleiben würde eine Braut, die sich ihr ganzes Leben an diesen schrecklichen Start erinnert.
Durch das Wunder hat Jesus diese Schande abgewendet. Doch nicht nur! Er hat die Schande in Ehre verwandelt:
Er hat nich nur irgendeinen Wein daraus gemacht, sondern besseren Wein als zuvor.
Er hat nicht nur ein bisschen Wein gemacht, sonder 600 Liter!

Die Menschen werden wahrscheinlich noch jahrelang von diesem Hochzeitsfest geredet haben: "Weisst du noch, so betrunken waren wir voher und nacher lange nicht mehr!" - "So guten Wein hatte ich schon lange nicht mehr!" - "Der Bräutigam hat uns richtig verwöhnt, so viel Wein hat es noch nie an einem Hochzeitsfest gegeben!"

Zu grosse Schande für Römer

Das Wunder zeigt uns, wie Gott ist. Als Jesus am Kreuz starb, war das die grösste Schande, die er erleiden konnte. Gekreuzigt zu werden, war in jener Gesellschaft die schändlichste Art und Weise, zu sterben. Es bedeutete, dass die ganze Familie des Gekreuzigten aus der Gesellschaft verstossen wurde und von ihrem Wohnort wegziehen musste. Die Kreuzigung war mit solch einer grossen Schande behaftet, dass kein römischer Bürger gekreuzigt werden durfte. Der Kaiser entschied, dass diese Scham keinem römischen Bürger zumutbar war, weil eine Kreuzigung so unwürdig und qualvoll war.

Jesus on the Cross
Photo by Christoph Schmid / Unsplash

Jesus hat also nicht nur die physischen Schmerzen der Kreuzigung erlitten, sondern auch die innerlichen Schmerzen der Scham und Schande ertragen. Er hat diese extreme Schande, Verachtung und Ablehnung auf sich genommen.

Warum tat er das? Wie hielt er das aus?

Es war der einzige Weg, die Beziehung zwischen uns und Gott, unserem Vater, wieder herzustellen. Gott kennt uns, er kennt mich und er kennt dich und er kennt alle unsere Situationen. Er wünscht sich eine Gemeinschaft mit uns, in der es keine Schande und keine Scham mehr gibt. Keine Arroganz und keine Ablehnung. Eine Beziehung, die auf dem Fundament der Annahme und Vergebung ruht. Er möchte unsere Schande und unsere Scham in Ehre verwandeln. Er nimmt unsere Fehler und macht daraus etwas Grossartiges. Er nimmt unsere kaputten Leben und macht aus uns ein Kind Gottes.

Jeder, der Jesus vertraut, sein Werk am Kreuz annimmt und an ihn glaubt, wird zu einem Kind dieses Vaters, einem Kind Gottes. Das ist die grösste Ehre, die einem Menschen zuteil werden kann.

Möchtest du es zulassen, dass Jesus deine Schande in Ehre verwandelt? Jesus möchte dir auch heute ganz persönlich begegnen. Sprich mit ihm - er ist nur ein Gebet weit entfernt.

The Altar
Photo by Samantha Gades / Unsplash


Vielen Dank an Yves Carrel für die Inspiration zu diesem Artikel!

Ursi Gasser

Ursi Gasser

Frau, Ehefrau, Familienfrau, Pflegefachfrau mit Weiterbildung auf Intensivpflege, freischaffende Journalistin

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