/ 7 Begegnungen mit Jesus

Eine Party mit einem überraschenden Ende

Stell dir vor: Anstatt der erwarteten 50 Gäste kreuzen mehrere hundert Gäste an deiner Party auf...

Das ist der zweite Artikel der Serie "7 Begegnungen mit Jesus". Es geht in dieser Serie um Begegnungen von Jesus mit ganz normalen Menschen wie du und ich.

  1. Teil: "Ehre statt Schande"
  2. Teil: "Eine Party mit einem überraschenden Ende"
  3. Teil: "38 Jahre"
  4. Teil: "Nur ein Wort"
  5. Teil: "Mitten im Sturm"

Es sind nur noch wenige Stunden bis zum Beginn der Party. Ich spüre, wie die Nervosität steigt. Habe ich an alles gedacht? Noch nie habe ich meine Geburtstagsparty mit so vielen Gästen gefeiert! Wird das Essen reichen? Das ist meine grösste Sorge! Ich gehe nochmals kurz die Gästeliste durch. Rund 50 Gäste haben sich angemeldet, einige wieder abgesagt. Dann wird das bestellte Fleisch schon reichen, denke ich, und lasse mich müde auf einen Stuhl sinken.
Stunden später trudeln sie ein, die Gäste. Doch es sind nicht nur 50 - es sind mehrere hundert und es kommen immer mehr! Ich traue meinen Augen nicht. Woher kommen all diese Menschen? Woher wissen sie von meiner Geburtstagsparty? Ich quäle mich durch die Menschenmasse, spreche die Gäste darauf an. "Ah, du bist das Geburtstagskind! Danke für die Einladung!", rufen sie mir zu und lachen, während sie sich am Buffet bedienen. Ich fühle mich wie benommen, verstehe nicht, was hier vor sich geht. Die frewilligen Helfer sind überfordert, und ich bin es am meisten. Langsam aber sicher macht sich eine dunkle Vorahnung in mir breit: Könnte es sein, dass ich... Ja, ist es möglich? Ich zücke mein Handy und öffne Facebook. Da wird mir mit einem Schlag klar, was passiert ist: Meine Einladung ging nicht, so wie ich das geglaubt hatte, nur an meine Freunde, sondern sie war öffentlich! Ein kleines Versehen, eine falsche Einstellung, und eine grosse Katastrophe! Ich hatte einfach alle eingeladen, alle, die kommen wollten! Und sie kamen...

From above.
Photo by Benny Jackson / Unsplash

Eine Geburtstagsparty geht viral

Weil dies eine erfundene Geschichte ist, folgt hier noch eine wahre Geschichte: So ähnlich erging es einer Familie in Mexico. In Mexico ist es Tradition, dass der 15. Geburtstag einer Tochter gross gefeiert wird, dann hat sie offiziell den Status einer Frau. Der Vater von Rubi Garcia machte einen kurzen Clip, mit dem er alle zur Geburtstagsfeier seiner Tochter einlud. Gemeint waren alle Freunde. Aber anstatt das Video auf Facebook an seine Freunde zu schicken, machte er die Einladung öffentlich - und lud somit die ganze Stadt ein. Die Einladung ging viral und die ganze Stadt kam! Zur Party angemeldet hatten sich über eine Million Gäste, tatsächlich am Fest erschienen schlussendlich mehrere Tausend. Das stellte die Familie vor ein extremes logistisches Problem: Alle Polizisten aus der Stadt waren im Einsatz, und sogar aus der Nachbarstadt musste Verstärkung angefordert werden, um für Ordnung zu sorgen. Dennoch kam es zum Stau und zum Verkehrschaos. Das Geburtstagskind sieht auf den Fotos nicht besonders glücklich aus.

Stalking vor 2000 Jahren

Blenden wir 2000 Jahre zurück. Auch diese Geschichte ist wahr. Damals waren es Jesus und seine Jünger, die vor einem Problem ähnlichen Ausmasses standen. Jesus hatte zu den Menschen gesprochen, Kranke geheilt und sie waren fasziniert von ihm. Sie liessen ihn nicht mehr aus den Augen, folgten ihm auf Schritt und Tritt. Darum ging er auf die andere Seite des Sees und von dort in die Berge hinauf und verbrachte Zeit mit seinen engsten Freunden. Doch die Menschen liessen sich nicht abwimmeln! Sie wollten zu ihm, mehr von ihm hören, mehr Wunder sehen.

Johannes, einer dieser engen Freunde von Jesus, war beim Geschehen dabei und hält fest: "Als Jesus seinen Blick hob, sah er eine grosse Menschenmenge auf der Suche nach ihm die Berge heraufkommen." (Die Bibel, Johannes 6,5)

Wir müssen uns vorstellen, dass da etwa 10'000 Menschen auf der Suche nach Jesus waren. Denn es steht weiter im Text von Johannes: "Da ließen sich alle - allein die Männer zählten schon fünftausend - auf den grasbewachsenen Hängen nieder." 5'000 Männer stiegen mit ihren Frauen und Kindern in die Berge hinauf, um Jesus zu suchen. Sie mussten wirklich hungrig gewesen sein!


Photo by chuttersnap / Unsplash

Riesenparty by Jesus

Als Jesus all die Menschen den Berg hinaufkommen sah, wandte er sich an Philippus, einen seiner Freunde (Jünger), und sagte zu ihm: "Philippus, wo können wir so viel Brot kaufen, dass all diese Menschen zu essen bekommen?" Wir lesen weiter in der Geschichte: "Philippus antwortete: »Es würde ein kleines Vermögen kosten, sie mit Nahrung zu versorgen!« Ein anderer Jünger, Andreas, der Bruder von Simon Petrus, meldete sich zu Wort: »Hier ist ein kleiner Junge mit fünf Gerstenbroten und zwei Fischen. Doch was nützt uns das bei so vielen Menschen?«"

Aus der kleinen, privaten "Party" von Jesus mit seinen Jüngern weit oben in den Bergen wurde eine Riesenparty mit etwa 10'000 Menschen! Kein Wunder, dass die Jünger von Jesus ins Schwitzen kamen, als er sie fragte, wie sie das Essen für all die Menschen zu organisieren beabsichtigten. Philippus, der gut im Kopfrechnen war, kam schnell zum Schluss, dass das Problem mit dem Geld aus ihrer Kasse nicht lösbar sei.
Andreas hatte einen anderen Lösungsansatz: Er startete eine Umfrage und ging folglich von dem aus, was vorhanden war, nämlich fünf Brote und zwei Fische, die ein Junge dabeihatte. Doch er kam zum Schluss, dass er das Problem mit dieser Strategie auch nicht lösen konnte. Dabei hatte er in die richtige Richtung gedacht. Aber sah nicht weiter, als das, was er vor Augen hatte.

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Photo by Olav Ahrens Røtne / Unsplash

Wenn wir mit Jesus unterwegs sind, wird er uns immer wieder solche Fragen stellen, wie hier seinen Jüngern. Jesus möchte, dass wir lernen, so zu denken, zu sehen, zu sprechen und zu handeln wie er. Jesus bezieht die übernatürliche Kraft Gottes mit ein. Für ihn war das wenige Essen, das der Junge dabei hatte, nicht wenig. Er vermehrte es auf übernatürliche Weise, so dass alle Menschen satt wurden: "»Sagt den Leuten, sie sollen sich hinsetzen«, befahl Jesus. Da ließen sich alle - allein die Männer zählten schon fünftausend - auf den grasbewachsenen Hängen nieder. Dann nahm Jesus die Brote, dankte Gott und reichte sie den Menschen, wie viel sie auch wollten. Ebenso machte er es mit den Fischen. Und alle assen, bis sie satt waren. »Sammelt die Reste wieder ein«, wies Jesus seine Jünger an, »damit nichts umkommt.« Am Anfang waren es nur fünf Gerstenbrote gewesen, doch nach dem Essen wurden zwölf Körbe mit den Brotresten gefüllt, die übrig geblieben waren!"

Noch mehr Stalking

Doch was wurde aus all den Menschen, die an der Riesenparty von Jesus teilgenommen hatten?
Sie suchten am nächsten Tag noch intensiver nach Jesus, der schon wieder verschwunden war!

Als die Menschen Jesus am nächsten Tag endlich gefunden hatten, konfrontierte er sie mit ihren Motiven: "Ich sage euch: Ihr wollt bei mir sein, weil ich euch satt gemacht habe, und nicht, weil ihr das Wunder gesehen habt. Ihr solltet euch um vergängliche Dinge wie Nahrung nicht solche Sorgen machen. Sucht stattdessen, was euch in das ewige Leben führt, das der Menschensohn euch schenken kann. Denn dazu hat Gott, der Vater, ihn gesandt."
Und etwas später sagt er: "Ich bin das Brot des Lebens."


Photo by Orlova Maria / Unsplash

Jesus beginnt, über sich selbst zu sprechen und darüber, warum er als Sohn Gottes in diese Welt gekommen ist. Wenn er vom "Menschensohn" spricht, so meint er sich selbst damit. Er versucht den Menschen zu erklären, dass die Vermehrung der Brote, die sie erlebt hatten, eine tiefere Bedeutung hatte.

Jesus ist das Brot des Lebens, das vom Himmel kommt. Und so wie die Menschen, die das natürliche Brot assen, satt wurden und mehr als genug bekamen, so werden die Menschen, die an Jesus glauben, in alle Ewigkeit in ihrer Seele satt werden.

Food für die Seele

Jesus spricht direkt in die Herzen der Menschen. Er spricht diese Unersättlichkeit an, die wir alle kennen. Diese Unzufriedenheit, diese Rastlosigkeit, die uns nicht schlafen lässt, die uns konsumieren lässt, bis wir nicht mehr können. In einer Welt des Überflusses kennen wir diese Unersättlichkeit wie keine Generation vor uns.

Doch Jesus möchte uns eine Zufriedenheit geben, die über das Materielle hinausgeht. Wenn er sagt, dass er das "Brot des Lebens" sei, dann möchte er uns in unserer Seele satt machen. Was bedeutet es, in der Seele satt zu sein?

Es bedeutet, dass Jesus uns Anerkennung und Bestätigung gibt, so dass wir die Anerkennung der Menschen nicht mehr brauchen, um das Loch in unserer Seele zu stopfen.
Es bedeutet, dass er in schwierigen Umständen Trost gibt, so dass wir den Trost nicht in der Pornografie oder in Netflix-Serien suchen müssen. Auch nicht bei anderen Menschen, die damit überfordert sind.
Es bedeutet, dass Jesus in Zeiten des ständigen Wandels unsere Sicherheit sein möchte, so dass wir nicht mehr krampfhaft versuchen müssen, alles unter Kontrolle zu haben.


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Jesus hat die Kraft, uns innerlich satt zu machen. Die Frage ist, ob wir das möchten.
Diese Kraft von Jesus ist nicht normal, sie ist übernatürlich - bist du bereit für ein Wunder in deinem Leben? Jesus möchte auch dir heute in der Situation begegnen, in der du dich gerade befindest. Sprich mit ihm, er ist nur ein Gebet weit entfernt!


Das ist der zweite Artikel der Serie "7 Begegnungen mit Jesus". Es geht in dieser Serie um Begegnungen von Jesus mit ganz normalen Menschen wie du und ich.

  1. Teil: "Ehre statt Schande"
  2. Teil: "Eine Party mit einem überraschenden Ende"
  3. Teil: "38 Jahre"
  4. Teil: "Nur ein Wort"
  5. Teil: "Mitten im Sturm"

Danke Emanuel Hunziker und David Gasser für die Inspiration zu diesem Artikel!

Ursi Gasser

Ursi Gasser

Frau, Ehefrau, Familienfrau, Pflegefachfrau mit Weiterbildung auf Intensivpflege, freischaffende Journalistin

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