/ 7 Begegnungen mit Jesus

Ein Stein und viel Gestank

Jesus begegnete einer Frau, die unverblühmt ehrlich mit ihm umging. Doch was er von ihr verlangte, lag jenseits ihrer kühnsten Vorstellungen.

Das ist der siebte und letzte Artikel der Serie "7 Begegnungen mit Jesus". Es geht in dieser Serie um Begegnungen von Jesus mit ganz normalen Menschen wie dir und mir.

  1. Teil: "Ehre statt Schande"
  2. Teil: "Eine Party mit einem überraschenden Ende"
  3. Teil: "38 Jahre"
  4. Teil: "Nur ein Wort"
  5. Teil: "Mitten im Sturm"
  6. Teil: "Wer ist hier blind?"
  7. Teil: "Ein Stein und viel Gestank"

Er war zu spät.
Wenn es an einer Tatsache nichts zu rütteln gab, dann war es diese: Jesus war zu spät. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern viel zu spät! Und es war nicht etwa so, dass er nichts dafürkonnte. Nein, er hatte es gewusst. Maria und Marta hatten ihm die Nachricht rechtzeitig zukommen lassen: "Dein Freund Lazarus, den du so liebhast, ist sehr krank." Doch was hatte Jesus getan? Noch ein paar Tage zugewartet.
Und jetzt war Lazarus tot. Schon seit vier Tagen lag er im Grab.

Diese Gedanken schossen ihr durch den Kopf, als Marta auf Jesus zulief. Marta war ehrlich. Sie teilte Jesus ihre Gedanken mit, als sie sich begegneten: "Wärst du hier gewesen, wäre mein Bruder nicht gestorben", sagte sie zu ihm. Doch ihre Worte hatten keinen anklagenden Unterton. Tiefe Trauer lag in ihrer Stimme. Jesus sagte zu ihr: "Dein Bruder wird auferstehen." Marta schüttelte den Kopf und starrte zu Boden. "Ja", erwiderte sie, "am Tag der Auferstehung, wenn alle Menschen auferstehen."

Cuando quieras ponerte triste,sonrie,aunque sea con lágrimas en los ojos.
Photo by Luis Galvez / Unsplash

Jesus weinte

Die tiefe Verzweiflung und Trauer von Marta und ihrer Schwester Maria liessen Jesus nicht kalt. Er hatte sie sehr lieb. Er weinte mit ihnen. Johannes, ein enger Vertrauter von Jesus, hat in seinem Bericht diese wahren Geschehnisse festgehalten. Er schreibt: "Als Jesus die weinende Maria und die Leute sah, die mit ihr trauerten, erfüllten ihn Zorn und Schmerz."
Jesus wurde zornig! Es war dieser Zorn, der ihn dazu veranlasste, das Grab von Lazarus aufzusuchen. Das Grab war eine Gruft, vor deren Eingang man einen grossen Stein gerollt hatte.

"Rollt den Stein weg!", befahl Jesus. Doch Marta zögerte.
Wir lesen im Bericht von Johannes: "Doch Marta, die Schwester des Verstorbenen, wandte ein: »Herr, inzwischen wird der Gestank schrecklich sein, denn er ist schon seit vier Tagen tot.« Jesus erwiderte: »Habe ich dir nicht gesagt, dass du die Herrlichkeit Gottes sehen wirst, wenn du glaubst?«"

Marta scheint sich damit abgefunden zu haben, dass Jesus nicht rechtzeitig gekommen und Lazarus gestorben ist. In ihrem Denken besteht die Möglichkeit nicht, dass Jesus Lazarus hier und jetzt vom Tod auferwecken könnte, obwohl Jesus ihr vorausgesagt hatte, dass es geschehen wird. Doch Martas Gedanken laufen ohne Unterbruch in den vorgespurten Bahnen. Das sehen wir an ihrer Reaktion auf die Behauptung von Jesus, Lazarus würde auferstehen: "Ja, ich weiss, wann er auferstehen wird: Am Tag der Auferstehung, wenn alle Menschen auferstehen."

Woman contemplates sunrise.
Photo by Leon Biss / Unsplash

Eine entsetzliche Vorstellung

Als Jesus dann von Marta fordert, den Stein vor dem Grab wegzurollen, ist sie entsetzt. Und wieder antwortet sie mit ihrer ehrlichen Unverblümtheit und macht Jesus darauf aufmerksam, dass der Gestank unerträglich sein wird. Ob sich Jesus dessen nicht bewusst war?
Jesus fordert von Marta einen Glaubensschritt, der all ihre Vorstellungen sprengt. Marta war eine sehr gewissenhafte Person. Vielleicht machte ihr der Gedanke, etwas tun zu müssen, das "man nicht macht", Mühe?

Unsere Vorstellungen können so gross, schwer und unbeweglich sein wie der Stein vor dem Grab von Lazarus. Wir trauen Gott nicht zu, dass seine Macht und Herrlichkeit grösser und stärker ist als unsere zerbrochenen Träume und Hoffnungen, die irgendwo versteckt und verborgen in unserem Herzen vermodern. Sie vermodern, sie stinken, und wir wissen um den Gestank, wenn wir diesen Stein wegrollen würden.

Darum tun wir es nicht. Wir halten lieber an den zerbrochenen Träumen und Hoffnungen fest. Wir halten an der Überzeugung fest, dass Jesus zu spät ist, nicht geantwortet hat, uns nicht liebt, kein Interesse an unserem Leben hat...

Ye are the salt of the earth: but if the salt have lost his. savour, wherewith shall it be salted? it is thenceforth good. for nothing, but to be cast out, and to be trodden under foot of men.
Photo by Ben White / Unsplash

Was wäre, wenn...

Was würde geschehen, wenn wir die Vorstellungen davon, wie Jesus sein und handeln sollte, loslassen würden? Es könnte sein, dass die Menschen uns belächeln. Es könnte sein, dass wir die Kontrolle verlieren. Es könnte sein, dass wir nicht alles verstehen, nicht alles begreifen und uns verletzlich machen. Es könnte sein, dass dann ein Wunder passiert. Es könnte sein, dass totgeglaubte Wünsche und Hoffnungen in unserem Herzen zum Leben erweckt werden. Es könnte sein, dass wir Gottes Herrlichkeit sehen werden.

Denn das hat Jesus Marta prophezeit. Nachdem Marta Jesus auf den schrecklichen Gestank hinter dem Stein aufmerksam gemacht hat, antwortet er ihr: "»Habe ich dir nicht gesagt, dass du die Herrlichkeit Gottes sehen wirst, wenn du glaubst?«"

Johannes hat festgehalten, was nach dem Wegrollen des Steins geschah:
"Da rollten sie den Stein beiseite. Dann blickte Jesus zum Himmel auf und sagte: »Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich weiß, dass du mich immer erhörst, doch ich sage es wegen der vielen Menschen, die hier stehen, damit sie glauben können, dass du mich gesandt hast.« Dann rief er mit lauter Stimme: »Lazarus, komm heraus!« Und Lazarus kam heraus. Er war in Grabtücher gewickelt und sein Kopf war mit einem Tuch verhüllt. Jesus sagte: »Löst die Binden und lasst ihn gehen!«

I drove 6 hours and ran 2 miles to get just 30 minutes of sunset. A lot of work for a short period of time, but definitely worth it!
Photo by Joshua Sortino / Unsplash

»Habe ich dir nicht gesagt, dass du die Herrlichkeit Gottes sehen wirst, wenn du glaubst?«

Jesus hat von Marta eine grossen Glaubensschritt gefordert. Er hat sie aufgefordert, all ihre Vorstellungen wie den grossen Stein wegzurollen und ihm zu glauben und zu vertrauen.
Jesus fordert auch dich gerade jetzt dazu auf, den Stein deiner Vorstellungen wegzurollen und ihm zu vertrauen. Wenn du dich darauf einlässt, könnte es sein, dass du Gottes Herrlichkeit erlebst. Sehnst du dich danach? Gib ihm gerade jetzt eine Antwort - er ist nur ein Gebet weit entfernt.


Das ist der siebte und letzte Artikel der Serie "7 Begegnungen mit Jesus". Es geht in dieser Serie um Begegnungen von Jesus mit ganz normalen Menschen wie dir und mir.

  1. Teil: "Ehre statt Schande"
  2. Teil: "Eine Party mit einem überraschenden Ende"
  3. Teil: "38 Jahre"
  4. Teil: "Nur ein Wort"
  5. Teil: "Mitten im Sturm"
  6. Teil: "Wer ist hier blind?"
  7. Teil: "Ein Stein und viel Gestank"
Ursi Gasser

Ursi Gasser

Frau, Ehefrau, Familienfrau, Pflegefachfrau mit Weiterbildung auf Intensivpflege, freischaffende Journalistin

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