/ Inspiration

Was passiert mit den Träumen und Visionen?

Joanna Hunziker-Merk Joanna Hunziker-Merk

Einen Vater zu haben ist ein Privileg, einem Vorbild zu folgen ein Vorrecht. Was bringt es mit sich für mich persönlich?

Vater, Vorbild, Visionär. Darüber hat mein Bruder Gordon gepredigt Anfang Januar, als wir einen Festgottesdienst feierten zur Pensionierung von unserem Vater Heiner Merk. Drei sehr treffende Worte für ihn, das können bestimmt viele bestätigen, welche ihn kennengelernt haben in den letzten Jahren.

Drei Worte

Jemanden mit drei Wörtern zu beschreiben, geht das? Darf man das? Ein Roman, den ich vor ein paar Jahren gelesen habe, heisst: "Three amazing things about you", übersetzt heisst das "Drei erstaunliche oder verblüffende Dinge über dich". Darin hat eine chronisch kranke Frau mit Namen Hallie einen Blog und ihre Leser dürfen ihr Fragen stellen, sie berät sie dann, so quasi ein "Sorgetelefon-Blog". Doch bevor die Leser eine Frage stellen dürfen, fordert Hallie die Leute heraus, über sich selbst drei staunenswerte Dinge zu sagen und sich zu beschreiben. Von ihrer Krankheit schreibt Hallie nichts, das bleibt ihr Geheimnis, sie hat andere Attribute für sich selbst gewählt. Was wären die drei Worte, deine Attribute, mit denen du dich beschreiben würdest?

Meinen Vater zu beschreiben war nicht schwer, diese Worte sind so treffend. Inhaltlich haben sie viel Gewicht, denn Vater, Vorbild und Visionär zu sein bringt zum Ausdruck, dass das Umfeld miteinbezogen ist. Denn Vater sein kann nur, wer Kinder hat. Vorbild ist nur, wenn jemand das sieht und dem Beispiel folgt. Ein Visionär ist kein stiller Träumer, er ist erlebbar und es ist ansteckend. Oder auch abschreckend für alle, die nicht gerne Neues wagen und lieber im Gewohnten und Sicheren bleiben. Somit beschreiben diese drei Wörter meinen Vater, machen aber viel mit mir. Was bedeutet das für mich als seine Tochter? Was für uns als Kirche, da er ja auch Pastor war und für viele ein geistlicher Vater? Was passiert mit seinen Visionen und Träumen?

Artist at Work
Photo by Daniel McCullough / Unsplash

Verantwortung

Es nimmt uns, es nimmt mich in Verantwortung. Ein Wort, dass wir kennen und nicht nur fröhliche Gefühle auslöst. Ich übernehme so ganz grundsätzlich ganz gerne Verantwortung, gleichzeitig ist es wie ein Gewicht auf meinen Schultern. Unsere Verantwortung ist es, das Erbe anzunehmen und damit weiterzugehen. Etwas erben zu dürfen ist ein Vorrecht, das Erbe kann sehr unterschiedlich sein. Es war der Aufruf am Ende der Predigt: Entscheide dich neu, ergreife das Erbe und geh damit weiter. Paulus beschreibt in der Bibel das Leben als einen Wettlauf. Wir nehmen den Stab und rennen unseren Streckenabschnitt, tun unseren Teil und geben den Stab dann wieder weiter an die nächste Generation. Wir lassen ihn auch wieder los.

adult-architect-blueprint-business-416405

Generationen

Generationen unterscheiden sich, das ist gut erkennbar in der Gesellschaft. Wir nehmen das Erbe, wir stehen im Leben, wir laufen und müssen unseren Weg finden, unseren Pfad und unseren "Flow", zeitgemäss ausgedrückt! Für mich ist es nicht entweder oder. Es ist nicht, das Erbe übernehmen und "copy paste", alles kopieren und gleich weiterführen. Es ist nicht, alles über Bord werfen und das Rad neu erfinden. Verantwortung übernehmen heisst für mich, ich wertschätze, was ich bekommen habe und ich gehe mit meiner Art und meinem Wesen weiter, auf meine Art und Weise, in meiner Zeit, als meine Generation.


Photo by Kaleidico / Unsplash

Ein Balanceakt

Das ist ein Balanceakt, ein Seiltanz. Wer sichert mich ab? Woran ist mein Seil gesichert? Ich halte das Erbe in meinen Händen und es ist meine Balancierstange. Befestigt, verankert ist mein Seil in Gottes Wort und in seinem Reden im Hier und Jetzt durch den Heiligen Geist. Die Tänzerin bin ich, den Weg lege ich zurück. Gesichert bin ich durch Gott, der mich hält.

Aussagen und Zusprüche der letzten Wochen begleiten mich: Wir haben so viel bekommen, wir haben alles, was wir brauchen von Gott erhalten, nun gilt es, mutig damit weiterzugehen. Es ist Schaltjahr, so haben wir noch einen zusätzlichen Tag Zeit!

Was wären meine drei Attribute, mit denen ich mich beschreiben würde? Ich weiss es grad nicht, was wären deine? Sei mutig und schreibe sie in die Kommentarfunktion!

Was passiert mit den Träumen und Visionen?
Teilen

Abonniere den fct blog