/ Inspiration

Herztransplantation

Ein krankes Herz braucht Heilung. Was aber, wenn der Patient keine Krankheitseinsicht hat und davon ausgeht, er sei gesund? Eine Bestandsaufnahme.

Ein leerer Raum ruft geradezu nach Inhalt. Ein Raum ohne Inhalt ruft nach einem Sinn und Zweck. Es gibt Platz für... ja für was denn? Oder für wen? Wem soll dieser Raum dienen? Wen soll er beglücken und inspirieren?

Räume ohne Bestimmung werden schnell zur Abstellkammer degradiert. In der Küche wird gekocht, im Esszimmer gegessen, im Wohnzimmer solls schön wohnlich sein. Im Schlafzimmer gehts um Ruhe und im Bad um Hygiene. Im Keller lagern die Vorräte und in der Garage die Fahrräder. Aber dieser eine Raum, für den man keine definitive Verwendung findet, da häuft sich alles an, was sonst nirgends hinpasst.

Auch im menschlichen Herzen gibt es Raum. Raum für Gedanken. Raum für Zuneigung. Raum für Träume. Der Raum unseres Herzens will gefüllt sein. Doch leider sind wir gefüllt mit dem Falschen. Statt gute Gedanken haben wir böse. Statt Zuneigung empfinden wir Neid. Statt vom Guten zu träumen schmieden wir egoistische Pläne.

Electrocardiogram
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Diagnose

Jahwe Rapha bedeutet: "Der Herr der mich heilt. Der Herr mein Arzt. Der Herr ist Heilung." Doch bevor Gott heilt, stellt er eine Diagnose. Bei Jesus klang das folgendermassen:

»Was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein«, fuhr er fort. »Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen Gedanken, die böse sind – Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Zügellosigkeit, Missgunst, Verleumdung, Überheblichkeit und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen heraus und macht den Menschen in Gottes Augen unrein.« Markus 7,20-23

Die Analyse von Jesus lässt keine Zweifel offen. Es sind nicht die bösen Dinge dieser Welt, die den Menschen böse machen, sondern die Welt ist böse, weil aus dem Herzen des Menschen Böses hervorkommt. Das Böse dieser Welt kann nur besiegt werden, wenn das Problem des bösen Menschenherzens gelöst ist. Unser böses Herz braucht Heilung. Und genau dafür ist Jesus gekommen. Er sagte:

»Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.« Markus 2,17

Doctor with a stethoscope
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Wenn wir meinen, dass Jesus nur für die einen Menschen kam und für die anderen nicht, dann liegen wir total daneben. Es gibt keine Gesunden. Es gibt keine Gerechten. Aber es gibt sehr wohl Kranke, die sich für gesund halten. Und es gibt Sünder, die sich für gerecht halten. Einbildung ist auch eine Bildung. So lebten die Pharisäer und Schriftgelehrten zu denen Jesus diese Worte sprach. Sie dachten, sie können sich vor Gott einen reinen und gerechten Status erhalten, wenn sie sich äusserlich von den offensichtlichen Sündern fernhielten. So heisst es in den Versen zuvor:

Später war Jesus in Levis Haus zu Gast. Zusammen mit ihm und seinen Jüngern nahmen viele Zolleinnehmer und andere Leute, die als Sünder galten, an dem Essen teil; die Zahl derer, die ihm nachfolgten, war gross. Als nun die Schriftgelehrten, die zur Partei der Pharisäer gehörten, sahen, dass Jesus mit solchen Leuten ass, sagten sie zu seinen Jüngern: »Wie kann er nur zusammen mit Zolleinnehmern und Sündern essen?«

Als Gerechter mit Sündern am selben Tisch sitzen, ist es wie wenn ich als Gesunder mit Schwerkranken im selben Raum wohnen würde: Es ist eine Frage der Zeit bis ich mich anstecke. Was aber, wenn die sogenannten "Gesunden" in Wahrheit genauso krank sind wie die Kranken? Dann steht bei Jesus der Begriff "die Gesunden" für "Kranke mit fehlender Krankheitseinsicht" und der Begriff "die Gerechten" für "Sünder mit fehlender Sündenerkenntnis". Summa summarum: Alle sind krank und brauchen einen Arzt. Alle sind von Jesus gerufen, denn alle sind Sünder:

Keiner ist gerecht, auch nicht einer. Keiner ist klug, keiner fragt nach Gott. Alle sind vom richtigen Weg abgewichen, keinen Einzigen kann Gott noch gebrauchen. Keiner handelt so, wie es gut wäre, nicht ein Einziger. Römer 3,10-12

Die Krankheit der Sünde hat mit dem Raum unseres Herzens zu tun. Unser Herz ist in dem Sinne krank, dass es trotz höchster moralischer Anstrengung Böses hervorbringt. Auch der vermeidlich reinste Gedanke ist infiziert mit einem bösen Virus. Fazit: Wir können uns nicht aus uns selbst heraus heilen. Wir brauchen Hilfe von aussen. Wir brauchen einen Arzt.

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Transplantation

Die Behandlung von Jesus ist einzigartig und radikal. Er vollzieht eine Herztransplantation. Das Radikale daran: Der Herzchirurg spendet sein eigenes Herz! Es gab, gibt und wird für alle Zeit nur diesen Weg zur Heilung geben. Denn alle Menschen leiden unter ihrem bösen Herzen. Und das Problem wird weder durch gegenseitiges Schuld zuschieben noch durch Schönreden gelöst. Es gab nur einen Weg. Gott selbst musste Mensch werden. Der Schöpfer wurde Teil seiner Schöpfung. Der Schriftsteller der Weltgeschichte schrieb sich selber in seine Erzählung.

Jesus ist der Einzige, der unser Herz heilen kann. Er tut es, indem er uns sein Herz entgegenstreckt. Doch er gibt uns sein reines, gesundes Herz nur, wenn wir ihm dafür unser krankes, verdorbenes Herz geben. So läuft der Deal. So und nicht anders. Unser krankes Herz ist todkrank. Jesus macht mit unserem Herzen das einzig Mögliche: Er nimmt es an sich und stirbt an den Folgen unserer Herzkrankheit. Im Gegenzug gibt er uns sein gesundes Herz. In anderen Worten: Wir werden geheilt, indem wir mit Jesus sterben und mit ihm zu neuem Leben auferstehen.

Und nun? Wie verhält sich ein herzkranker Mensch, dessen einzige Hoffnung eine Herztransplantation ist und der auf einmal die Nachricht erhält, dass ein passender Spender gefunden wurde und der in einer aufwändigen Operation ein neues Herz eingepflanzt bekommt? Würde er nicht alles daransetzen, dass sein neues Herz sich möglichst gut in seinen Körper integriert? Würde er nicht möglichst gesund und verantwortungsbewusst leben wollen im Bewusstsein, dass er eine zweite Chance, ja ein neues Leben erhalten hat?

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Und doch gibt es tatsächlich Menschen, die dem Tod in letzter Minute durch ein Spenderorgan von der Schippe springen konnten, aber ihren Lebensstil nicht dem neuen Organ anpassen wollen. Sie leben weiter wie zuvor. Sie nehmen die Medikamente nicht, die dabei helfen sollen, dass sich das Spender-Herz in ihren Körper integriert und nicht von ihm abgestossen wird. Oder sie nehmen die Medikamente unregelmässig, oder in zu geringer Dosis. Oder nicht über die verordnete Dauer. Und so kommt es infolge tatsächlich vor, dass das neu eingepflanzte Organ trotz unübertrefflich hoher genetischer Übereinstimmung vom Körper abgestossen wird.

Nachbehandlung

Und wie sieht es mit dem Spenderherz von Jesus aus? Sind wir bereit, unseren Lebensstil seinem Herzen anzupassen? Füllen wir den Raum in unserem neuen, von Gott geschenkten Herz mit Dingen, die das Herz stärken? Das Herz, das nun unser Herz wurde, ist nicht mehr eine Quelle des Bösen, sondern eine Quelle des Lebens:

»Wenn jemand an mich glaubt, werden aus seinem Inneren, wie es in der Schrift heisst, Ströme von lebendigem Wasser fliessen.« Johannes 7,38

Was sind also die Medikamente, die unser neues Herz stärken? Es sind die Worte von Jesus selbst. Darum schreibt Paulus den Christen in Kolossäa:

Gebt den Worten von Christus viel Raum in euren Herzen. Kolosser 3,16

Die Worte von Jesus sind nicht nur Information oder seine persönliche Meinung, sondern haben schöpferische Kraft. So wie Gott durch sein Wort das Sichtbare aus dem Unsichtbaren hervorrief, so bewirkt das Wort von Christus fortwährend neues Leben in unserem Herzen. Darum sagte Jesus:

»Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.« Matthäus 4,4

»Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben.« Johannes 6,63

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Die Worte von Jesus bilden die einzig hilfreiche Medizin für unser Herz. Gottes Gedanken sind Sauerstoff, seine Worte sind Nahrung für unseren Herzmuskel. Hingegen sind Gedanken, die nicht von Gott kommen, Gift für unser Herz. Darum fragte Jesus:

»Warum gebt ihr solchen Gedanken Raum in euren Herzen?« Lukas 5,22

Und auch der Apostel Johannes schrieb in diesem Zusammenhang:

»Liebt nicht die Welt! Hängt euer Herz nicht an das, was zur Welt gehört!«

Mit "Welt" wird hier alles bezeichnet, was in dieser Welt gegen Gott gerichtet ist und sich gegen Gott stellt, alles, was vom Bösen beherrscht wird und (bewusst oder unbewusst) dem Teufel dient.

Wenn jemand die Welt liebt, hat die Liebe zum Vater keinen Raum in seinem Leben. Denn nichts von dem, was diese Welt kennzeichnet, kommt vom Vater. Ob es die Gier des selbstsüchtigen Menschen ist, seine begehrlichen Blicke oder sein Prahlen mit Macht und Besitz – all das hat seinen Ursprung in dieser Welt. Und die Welt mit ihren Begierden vergeht; doch wer so handelt, wie Gott es will, wird für immer leben. 1.Johannes 2,15-17

Jesus hat den höchsten Preis bezahlt, um uns ein neues Herz zu geben. Sein Herz. Ein Herz, das eng mit dem Herzen des himmlischen Vaters verbunden ist und in dem Gott durch seinen Heiligen Geist mit seiner sanftmütigen Friedensherrschaft wohnen und regieren möchte. Er teilt den Raum unseres Herzens nicht mit den bösen Dingen. Johannes formuliert es unmissverständlich: Entweder geben wir der Liebe des Vaters Raum in unserem Leben, oder der Liebe zur Welt. Beides zusammen geht nicht.

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Doppel vermietet?

Da war dieser Student, der bei einer wohlhabenden Bürgerin der Stadt für die Zeit seines Studiums an der Universität ein Zimmer mietete. Zusätzlich arbeitete er abends in einem Restaurant, um das Geld für die Miete aufzubringen, denn seine Eltern waren arm. Eines Tages musste er überstürzt abreisen, weil sein Vater schwer erkrankte. Um sein Zimmer nicht zu verlieren, drückte er der Vermieterin sein bitter erspartes Geld in die Hand, um die Miete für die kommenden Wochen im Voraus zu bezahlen. Als es seinem Vater wieder besser ging, reiste der Student zurück in die Stadt, um sein Studium wieder aufzunehmen. Als er unangemeldet das Haus der reichen Bürgerin betrat und die Tür zu seinem Mietzimmer öffnete, traute er seinen Augen nicht. Jemand anderes war im Zimmer eingezogen. Seine Vermieterin hatte es in seiner Abwesenheit nochmals vermietet, um doppelten Profit zu machen.

Könnte es sein, dass auch wir versuchen, auf zwei Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen? Dass wir den Raum unseres Herzens doppelt vermieten? Jesus hat den höchsten Preis dafür bezahlt, um unser böses Herz mit seinem guten Herz zu ersetzen. Mehr braucht es nicht. Sein Herz ist alles was wir brauchen. Darum macht es überhaupt keinen Sinn, das neue, reine und liebevolle Herz wieder mit giftigem Inhalt zu füllen. Wer ein neues Herz erhält, trägt auch eine neue Verantwortung, behutsam damit umzugehen.

Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens. Sprüche 4,23

I hiked nearly a hundred miles in Iceland, and yet one of my best photos from the trip was only a 2-minute walk from the parking lot.
Photo by Joshua Sortino / Unsplash

Darum gibt es nur einen Weg: Schaff Raum in deinem Herzen für Gott! Er gibt dir nicht nur sein Herz, sondern auch alles, damit dein neues Herz stark und vital bleibt und Ströme lebendigen Wassers hervorbringt.

Schaff' Raum, schaff' Raum für den Gnadenstrom
Erfass' und geniess', sein Wasser ist süss
Zerstör' und ersetz' jedes Lügennetz
Sein Wasser soll in aller Welt den trock'nen Grund durchtränken
Völker sollen fröhlich jubelnd Gott die Ehre schenken

Make space, make space for the river of grace
Embrace and taste, it's water is sweet
Erase and replace every lie in this case
Let it's water saturate the ground of every nation
Let the land be energized with joy and celebration

Herztransplantation
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