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Leichtes Gepäck

Sara Schneiter Sara Schneiter

Unser Leben ist eine Reise, eine Pilgerreise in die ewige Gemeinschaft mit Gott. Und auf unserem Rücken tragen wir alle einen Rucksack.

Für die Zweitageswanderung mit Übernachtung in einer einfachen Berghütte vor ein paar Jahren, hab ich mir genau überlegt, was ich alles in meinen Rucksack packe. Denn diesen Rucksack würde ich auf den Berg hinauftragen müssen und jeglicher unnötige Ballast würde mir diesen Aufstieg erschweren. Es war für mich keine Frage, Dinge, die nicht nötig waren, zu Hause zu lassen. Diese Entscheidung fiel mir leicht. Ausserdem hatte ich das Glück, dass mein Mann den grossen Rucksack für uns beide trug. Den kleinen mit der Verpflegung übernahm ich. Mit jeder Rast wurde er leichter.

The Surreal mountains of Northeast
Photo by Sayan Nath / Unsplash

Unser Lebensgepäck

Wie sieht's aus, wenn wir dieses Bild auf unser Leben übertragen? Fällt es uns da leicht, Ballast abzuwerfen? Loszulassen? Wird dein Rucksack beim Weitergehen leichter oder schwerer? Oder mal so mal so?

Mir fällt es schwer mich von Vertrautem zu trennen. Ich mag Veränderungen nicht so. Oder erst, wenn ich mich wieder an sie gewöhnt habe. Auch Dinge wegzugeben, die vielleicht nochmals gebraucht werden könnten, kostet mich Überwindung. Kennst du das?

Unsere Wohnung hat wenig Stauraum, das Kellerabteil ist winzig und so nutzen wir die Garage, welche fürs Auto zu klein ist, als Lagerraum für so einiges. Mit einem Kind im Haushalt sammelt sich da schnell vieles an, was man vielleicht, eventuell, man weiss ja nie, nochmals brauchen könnte. Die Zeit des Lockdowns haben auch wir genutzt um zu räumen und so nahm ich mir die Garage vor. Hals über Kopf entschied ich mich grosszügig auszumisten. Es tat gut! Da gab's Platz für Neues. Was bei mir nur rumsteht, kann andern dienen. Ein schöner Gedanke. Da kommt Leichtigkeit auf.


Photo by Alex Radelich / Unsplash

Loslassen: Verlust oder Gewinn?

Doch dann kamen die Zweifel. Was, wenn ich es doch noch brauche? Ich weiss ja nicht, was kommt. Komm ich dann zu kurz? Hätte ich besser für mich selbst sorgen sollen? Hab ich Gottvertrauen oder bin ich einfach naiv? Während ich über meine Zweifel nachdachte, hörte ich deutlich, wie Gott zu mir sagte: "Hab keine Angst loszulassen."
Seither begleitet mich dieser Satz und er macht mir Mut. Mut Veränderungen anzunehmen. Mut Entscheidungen zu treffen. Mut loszulassen, obwohl es mir schwerfällt. Sowohl in ganz alltäglichen Dingen, als auch in den grossen Lebensfragen.


Photo by Priscilla Du Preez / Unsplash

Wenn wir das Ziel unserer Lebensreise erreichen und sterben, können wir nichts mitnehmen. Es bringt uns keinen Vorteil, wenn wir zu Lebzeiten Ansehen von Menschen genossen haben. Wenn wir viel erreicht und geleistet haben. Oder welche Statussymbole wir vorführen können. Zu einem jungen Mann, der dies alles hatte und dazu noch treu nach den Massstäben der Bibel lebte, sagte Jesus:

"Verkaufe alles, was du hast (in andern Worten: lass alles los) und gib den Erlös den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben. Und dann komm und folge mir nach."
Matthäus 19, Vers 21

Loslassen hat also mit Sammeln zu tun. Nur wenn ich das eine loslasse, kann ich das andere sammeln. Das Problem ist nur, dass wir im Moment des Loslassens nur wissen, was wir verlieren. Wir ahnen noch nicht, was wir dabei gewinnen werden, wie eine Freundin von mir treffend sagte. Loslassen hat also auch sehr viel mit Vertrauen und Glauben zu tun.

Aber zurück zur Reise und dem Gepäck: Was von den Dingen in unserem Lebensrucksack dient uns wirklich auf der Weiterreise? Was erschwert sie uns? Oder wie es Pietro Londino am letzten Sonntag in der Predigt sagte: Welche Gedankenmuster decken sich mit Gottes Wort? Welche sind laut und drücken uns nieder? Wo tragen wir Steine oder schöne Kronen in unserem Rucksack, die wir einfach auspacken und liegenlassen dürfen?

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Photo by Matese Fields / Unsplash

Leichtes Gepäck

Wenn dein Rucksack schwer ist, gibt es Hoffnung für dich: Jesus sagt, seine Last sei leicht. Er kam auf diese Erde und ging den Weg ans Kreuz, um deine Last zu tragen. Um meine Last zu tragen. Du darfst ihm deinen Rucksack geben, auch wenn da unnötige Steine, schwere Kronen oder viel Ballast drin sind. Er bietet dir stattdessen seinen Rucksack an, ausgerüstet mit allem, was du wirklich brauchst. Was für ein guter Deal!
Vielleich hast du noch Angst, Zweifel oder Bedenken es wirklich zu wagen? Das Risiko einzugehen. David aus der Bibel hat es ausprobiert und proklamiert in Psalm 23 seine Erkenntnis: "Mir fehlt es an nichts." Darum möchte ich dir Mut machen, dein Gepäck immer wieder vom heiligen Geist überprüfen zu lassen. Auszupacken. Zu vergeben. Loszulassen. Einzutauschen.

Denn wenn wir loslassen, was uns Sicherheit gibt, was uns lieb ist, was uns Wert gibt, können wir Schätze von ewigem Wert sammeln. Und es reist sich besser mit leichtem Gepäck.

Leichtes Gepäck
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