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Wo ist dein Gott?

Joanna Hunziker-Merk Joanna Hunziker-Merk

Wir beten und ich frage mich: Wo bist du Gott? Er ist da. Wo bin ich in meinen Gedanken und Sehnsüchten? Das ist die eigentliche Frage.

Da stehen wir im Gebetsraum letzten Samstag und singen mit voller Band mehrstimmig und mit ganz viel Leidenschaft:

Du bist der, den meine Seele liebt, die Antwort auf meine Sehnsucht

Dazu möchte ich AMEN sagen und von Herzen mitsingen. Doch da ist diese Stimme in meinem Herzen, die sagt: Wirklich? Was oder wen liebt deine Seele wirklich? Und wie genau stille ich meine Sehnsüchte?


Photo by Aliane Schwartzhaupt / Unsplash

Ein starker Morgen war es, wir konnten frei vor Gott sein, mussten uns an keinen Ablauf halten, konnten singen, beten, Fürbitte tun unter Tränen, tief bewegt.

Etwas bewegt uns immer, nur merken wir es vielleicht nicht immer. Oder es bewegt uns so sehr, dass wir es auch nicht in Worte fassen können. Kennst du das?

Alles in mir schreit, alles in mir schreit, nach Dir, nach Jesus

Der Chorus von diesem Lied, das wir immer und immer wieder gesungen und gebetet hatten. In mir schreit es immer wieder und ich frage mich, wohin damit? Gehe ich damit zu Jesus? Und schreit mein Inneres nach Jesus? Oder schreit es nach etwas anderem? Ist Jesus die Antwort? Hat er eine Antwort? Ich glaube ja. Das gilt es zu entdecken.

Da brennt ein Feuer in meinem Herzen

Wir haben Sehnsüchte und diese wollen gestillt werden. Was wenn Gott nicht hört? Wir nicht gehört werden?

Ich spüre den Blick, der immer auf mir ruht
Dein Herz das schreit, das immer nach mir sucht
Die Stimme, die im Innern nach mir ruft
denn du und ich sind eins, Jesus

Wow. An diesem Samstag habe ich den Blick Gottes auf mir gespürt. Was für eine Zusage, was für eine Sicherheit für mich ganz persönlich. Ich muss nicht perfekt sein, alles auf die Reihe bringen, ich darf Fragen und Sehnsüchte haben. Unbeantwortete Gebete. Da ist diese Stimme, die nach mir ruft. Höre ich sie?

It had just finished raining and I was itching to get outside. I had no place in mind I just started walking when I found this parking garage. I had the entire roof to myself and I spent the whole rest of my evening running around the puddles taking pictures. Nobody else just me, just here enjoying the sunset.
Photo by Max Bender / Unsplash

In der Lutherbibel lautet der Titel von Psalm 42: Sehnsucht nach Gott

Eine Unterweisung der Korachiter, vorzusingen. Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue? Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?

Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er mir hilft mit seinem Angesicht.

Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, darum gedenke ich an dich im Lande am Jordan und Hermon, vom Berge Misar. Deine Fluten rauschen daher, und eine Tiefe ruft die andere; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich.

Am Tage sendet der HERR seine Güte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu dem Gott meines Lebens. Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mich vergessen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt? Es ist wie Mord in meinen Gebeinen, wenn mich meine Feinde schmähen und täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott?

Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Dem Psalmist ging es grad nicht so gut, war verzweifelt und doch so voller Glauben. Er spricht aus, was da in seiner Seele abgeht und richtet seinen Blick immer wieder auf Gott. Er gibt sich einen Ruck. Er sucht den Blick Gottes auf seinem Leben und gibt nicht auf, wenn es sich schlecht anfühlt und er verspottet wird, sich verlassen und angeklagt fühlt.

The scale of things
Photo by Casey Horner / Unsplash

Auch ich stelle immer wieder die Frage in schwierigen Situationen: Gott, wo bist du? Wo ist nun mein Gott? Er ist da. Sein Blick ruht auf mir. Wohin schaue ich?

Wo ist dein Gott?
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