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Sprücheklopfer mag ich

Mit Schwung und guten Vorsätzen ins Jahr gestartet? Fehlanzeige. Gedanken zum neuen Jahr habe ich mir sehr wohl gemacht und so langsam kommt auch Schwung in den Alltag!

Silvester feiern mit Kleinkindern enthält keine Party bis Mitternacht, sondern 1. August Feuerwerk anzünden, das wir wegen des Feuerverbots damals nicht verwenden durften. Es war imposant, wie der Vulkan in unserem Hofplatz funkelte! Es war erst 20Uhr und das war unsere Silvesterparty!

fireworks display
Photo by Alexander Kagan / Unsplash

Anschliessend schauten wir "Die 100 Songs, die die Welt bewegten" auf VOX. Spannende Hintergrundinformationen zu den Musikern, der Zeit damals und was die Lieder auslösten. Aber bewegten sie wirklich die Welt? Hm, da bin ich mir grad echt nicht sicher.

Was bewegt denn meine Welt?

Ich mag Sprüche. In unserer Wohnung hängen so einige und zu Weihnachten habe ich mir selber gleich noch einen Umklapp-Sprüche-Kalender gekauft mit ganz viel tollen und frechen Sprüchen, die ohne Monatsangaben nach Belieben umgeblättert werden können. Ja, ich habe mir diesen selber geschenkt. Weil ich es mir wert bin. Weil ich im Buchladen lachen musste, als ich die Seiten umblätterte. Weil ich Humor in meinem Leben brauche und schätze. Weil die Sprüche die zynischen Seiten in mir drin angesprochen haben. Und weil ich viele eben doch nicht lebe, auch wenn ich gern würde und mit einigen bin ich so gar nicht einverstanden.

Ich hatte mir schon noch kurz überlegt, den Kalender zu kaufen, um ihn jemandem zu schenken, doch dazu fehlte mir der Mut. Mutig bin ich mit mir selber. Was, wenn das Geschenk dem Gegenüber in den falschen Hals kommt? Einige Sprüche sind doch eher "unchristlich". Den Klapp-Kalender kann ich da aufstellen, wo ich gerade möchte, je nach Lust, Laune und Spruch. Auf meinem Schreibtisch, an dem nur ich sitze, auf meinem Nachttisch oder doch ganz prominent beim Eingang, da habe ich die Wahl. Viele Sprüche kannte ich bereits, andere waren neu. Der Retro-Look und die Farben sind voll mein Style. Ein tolles Geschenk an mich selber.

Beim Geschenke auspacken unter dem Weihnachtsbaum wurde ich von meinem Sohn darauf hingewiesen, dass es also nicht fair sei, dass ich so viele Geschenke bekomme, viel mehr als er! Ich erwiderte gelassen, dass ich eben viele Freundinnen hätte, die mir etwas schenken würden und ich da auch nicht viel dafürkönne. Es ist ein Ausdruck ihrer Freundschaft.

Ein Spruch in meinem Klapp-Kalender lautet:

Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen

Begegnungen, aus denen Freundschaften entstehen.

Da war ich dann doch überführt, dass ich mir selber auch noch Geschenke gekauft hatte, wenn ich doch schon so beschenkt wurde...
Ich schenke gerne und schenke mit Freuden. Ich mag es durch Läden und Marktstände zu stöbern, um passende Geschenke zu suchen und zu finden. Und Geschenke annehmen dürfen wir auch, da schliesse ich mich mit ein.

Ein schwieriges Geschenk namens Weihnachten lautete der Titel eines Posts hier im Blog im Advent. Wie wahr! Warum ist das denn so schwierig? Weil wir es gerne selber schaffen und machen wollen? Es zu einfach ist oder viel zu schwierig? Und doch bewegte genau dieses Geschenk die Welt! Und es bewegt auch meine Welt. Ich mag Sprüche und doch sind es eben nur Sprüche. Zum Jahreswechsel macht Mann und Frau sich vielleicht mehr Gedanken, was im eigenen Leben passiert, wohin die Reise gehen mag, wie das Leben gelebt wird oder wir von Umständen und anderen Menschen gelebt werden.

Lebe jeden Tag als wär er dein letzter.

Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Der Ansatz gefällt wir und die Botschaft "hat etwas" und doch diese Aufforderung? Phuu... Bewusst zu leben, sein Leben zu schätzen und nicht an sich vorüberziehen lassen, das nehme ich mir zu Herzen. Die Tatsache, dass ein Tag unser letzter ist und wir diesen nicht kennen, anerkenne ich. Aber mit diesem Gedanken tue ich mich schwer, es ist für mich "Worst Case Denken". Das Schlimmste befürchten und so durch den Tag gehen? Bitte nicht.

Dieser Vers aus Psalm 31 ist der Wochenvers für diese Woche in meinem Postkarten Kalender, den ich ebenfalls zu Weihnachten geschenkt bekommen habe:

Was die Zeit auch bringen mag, es liegt in deiner Hand.

Andere Bibelübersetzung schreiben: "Meine Zeit steht in deinen Händen." Das bedeutet für mich Vertrauen. Gott Vertrauen für meine Zeit, mein Leben und alles, was kommen mag. Da ist nicht Kontrolle, alles im Griff haben, sondern eben dieses Vertrauen. Ein guter Vers für mich!

Meine persönliche Herausforderung

Routine, Alltag und Tage abspulen ist irgendwie gar nicht mein Ding. Ich mag Abwechslung, Herausforderung, ich bin ein "geschäftiger Persönlichkeits-Typ" (gemäss GPI - Grundrichtung der Persönlichkeit von Coaching Plus). Und zum Jahresanfang schaue ich meinen Alltag an und stelle fest, Routine und Alltag sind grad alles was zählt! Alltag mit den Kindern, so verschieden sie sind, ist auch ihr Tag, ihre Woche.

Routine hilft, sie gibt Struktur, Leitlinien und meine Organisation nimmt ihren Lauf. Gleichzeitig habe ich mir vorgenommen, mich nicht dem Trott hinzugeben, sondern bewusst mit meinen Kindern den Alltag zu leben, in ihrem Rhythmus, den sie brauchen. Das ist Herausforderung genug für mich! Ich möchte ihre Welt bewegen und meine Welt von ihnen bewegen lassen, manchmal auch erschüttern und aufwühlen lassen, wenn da Herausforderungen sind, auf die ich grad keine Antwort habe. Wenn ich meine Emotionen nicht kontrollieren kann und bei bestimmten Gedanken oder Fragen plötzlich in Tränen ausbreche. Das ist Teil meines Lebens, hier und jetzt.

close-up photo of human eye with tear drops
Photo by Aliyah Jamous / Unsplash

Woran halte ich mich fest?

Abwechslung habe ich eigentlich genug mit allem was läuft in meinem Alltag. Nebst den Kindern sind da Gottesdienste, Meetings, Sitzungen, Emails, WhatsApp, vielerlei Verantwortung und ab und an eine Spätschicht auf der Intensivstation. Da ist Schwung und manchmal dreht's und mir wird sturm. Woran halte ich mich? An tollen Sprüchen an meinen Wänden oder auf dem Kalender? Ich habe mich neu entschieden, mich viel bewusster an Gottes Sprüchen aus seinem Wort, der Bibel, festzuhalten.

Als ich diese Sprüche im Klapp-Kalender las, hörte ich, wie Gott mich fragte:

Und was ist mit meinen Sprüchen? Lässt du dich von ihnen ebenso inspirieren?

Eine gute Frage. Ich bin offen gestanden kein Fan von "mit Bibelversen-tapezierten-Wohnungen". Das schreckt mich eher ab, denn ich hätte für mich die Befürchtung, dass sie zu schnell zum Inventar werden und ihre Aussagekraft verloren geht. Gut möglich, dass diese Befürchtung für andere so gar nicht zutrifft.

An der FCTchurch Leiter-Retraite letzten Samstag haben wir uns mit dem GPI und unserer Persönlichkeit auseinandergesetzt, doch über allem stand der Vers in Psalm 139:

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

Der Referent Reini Kiener fragte: Wann hast du diesen Vers das letzte Mal gebetet? Ich konnte mich echt nicht daran erinnern... gut, dass wir dies gleich als ganze Gemeindeleitung gebetet haben! Das gab ein nächster Anstoss für meinen Vorsatz!

Ich werde trotzdem unsere Wohnung nicht mit Bibelstellen tapezieren, sondern möchte Gott durch sein Wort in mein Herz, meine Gedanken und Emotionen sprechen lassen. Tag für Tag neu, ganz bewusst so in das neue Jahr starten, in jede neue Woche, mag noch so viel Routine drin sein.

Mein Vorsatz

Das ist mein persönlicher Vorsatz fürs 2019. Für dich vielleicht schon Alltag? Wow, mega! Für andere fremd? Gott ist ein Gott der spricht, auch zu dir!

Dann sind da noch ein paar andere kleine Vorsätze, wie genügend Wasser trinken (und nicht nur Tea), wöchentlich walken gehen und mit meiner "Walking-Freundin" plaudern. So einfach können Vorsätze sein, die Schwung in einen Alltag bringen.

Das wünsche ich dir, Schwung für den Alltag, Gottes Reden und auch ab und zu ein inspirierender Sprücheklopfer! Wie zum Beispiel:

Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen  geschafft hättest!

Sprücheklopfer mag ich
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