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Vom Priester verstossen, von Gott geliebt

Isaac Newton ist ein bekannter Wissenschaftler, Forscher und Philosoph. Er schrieb Weltgeschichte, war reich und erfolgreich. Aber so wurde er nicht geboren.

Gebrechlich als Frühchen kam Isaac Newton zur Welt. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Seine Mutter war ungebildet und heiratete den Priester vom Nachbardorf. Ihren Sohn durfte sie nicht mit in diese Ehe nehmen, sie liess ihn bei den Grosseltern zurück. Eine Geschichte erzählt, dass Isaac immer wieder in die Nähe des Nachbardorfs ging, um hinüber zu schauen und diesen Priester und dessen Gott verfluchte, der für die Trennung von ihm und seiner Mutter verantwortlich war. Nach dem Tod des Stiefvaters kam die Mutter zurück, doch die neun Jahre der Trennung hinterliessen Spuren im Leben und in der Seele von Isaac Newton. Die finanziellen Mittel durch die Ehe mit dem Priester ermöglichten, dass er in Cambridge studieren konnte.
Als Erwachsener konnte er schlecht mit Kritik und Streitigkeiten umgehen, er war ein einsamer Mensch und starb auch einsam in London. Geheiratet hat er nie. Heute ist er berühmt und wird zurecht für seine wissenschaftlichen Erkenntisse verehrt.

Zwei Dinge bewegen mich an dieser Geschichte:

Der Priester, der als Botschafter Gottes auf Erden tätig war, handelte und sein Handeln wurde auf das Wesen Gottes übertragen. Newton konnte als kleiner Junge nur das Handeln des Priesters sehen: In seinen Augen völlig ablehnend und verstossend. Somit war auch Gott und die Kirche für ihn kein Ort der Annahme und Liebe.
Genau dies hätte er gebraucht und dafür hat Gott die Kirche geschaffen: Als einen Ort, wo Gott anwesend ist und Menschen diesem liebenden Gott begegnen können, denn Gott liebt alle Menschen bedingungslos.

Der Start ins Leben von Isaac Newton war denkbar schlecht, die Kindheit schwierig. Das hinterliess Spuren in seiner Seele bis zu seinem Tod. Gleichzeitig hat er als Wissenschafter die Welt verändert und Grosses bewegt, ja sogar Revolutionäres hervorgebracht.
Unser Start ins Leben entscheidet nicht, wie erfolgreich wir sind, begleiten wird er uns aber ein Leben lang.

Ich stelle mir folgende Fragen:

Wie repräsentiere ich und wie repräsentieren wir als Kirche Gott? Welche Botschaft trage ich mit mir herum und in die Welt hinaus?

Was sehe ich, wenn ich Menschen begegne?
Ihre grossen Taten und Erfolge?
Lasse ich mich davon beeindrucken und bleibe ich auf Distanz?
Oder sehe ich den Menschen, der dahiner steckt: Den Menschen mit einer Sehnsucht, angenommen und geliebt zu werden?
Begegne ich ihm mit dieser Liebe und Annahme, die ich von Gott erfahren habe und er in mich hinein gelegt hat?

Gerne stelle ich auch dir diese Fragen.